Inzwischen hat die Regierung Meloni einen neuen nationalen Pandemieplan entworfen. Er wurde an die Konferenz der Regionen geschickt, damit diese ihn prüfen und Vorschläge unterbreiten können. <b>von Micaela Taroni</b><h3> Lockdown nur noch per Gesetz möglich</h3>Der Plan sieht vor, dass im Falle einer neuen Pandemie „außergewöhnlicher Natur“ vorübergehende Einschränkungen der persönlichen Freiheit möglich sind. Dies sei aber nur aufgrund vom Parlament verabschiedeten Gesetzen und nicht aufgrund von Regierungsdekreten möglich, von denen während der COVID-19-Pandemie häufig Gebrauch gemacht wurde. Der Plan erkennt auch den Einsatz von Impfstoffen an, meint aber, dass diese nicht das „einzige Mittel“ zur Bekämpfung der Krankheit sein sollten. <BR /><BR />Bis zu 3 Millionen Krankenhausaufenthalte und mehr als 360.000 Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, ist das Worst-Case-Szenario für eine künftige Pandemie, das der neue Plan berücksichtigt. Dieser geht von drei Risikoszenarien aus: Zwei, die auf Influenzaviren zurückzuführen sind und als am wahrscheinlichsten gelten, und das so genannte Worst-Case-Szenario, das schlimmstmögliche Szenario, das als zwar unwahrscheinlich gilt, aber in der Vorbereitungsphase des Risikomanagements nicht ausgeschlossen werden kann. <h3> 3 Szenarien</h3>Im Falle eines pandemischen Influenzavirus mit „milder“ Pathogenität könnten 18.882 bis 47.809 Krankenhauseinweisungen und 2.259 bis 5.737 Aufnahmen auf der Intensivstation erforderlich sein. Was die Belastung des Gesundheitswesens betrifft, so könnten auf dem Höhepunkt der Infektionskurve zwischen 1.950 und 22.953 Betten für normale Krankenhauseinweisungen und zwischen 234 und 2.754 Betten auf der Intensivstation benötigt werden. <BR /><BR />Das mittlere Szenario, das sich auf ein Grippevirus mit „mäßiger“ Pathogenität bezieht, geht von 103.522 bis 262.948 Einweisungen und 12.423 bis 31.554 Therapieeinweisungen aus. In der Spitze wird ein Bedarf von 10.728 bis 126.242 Betten für normale Aufnahmen und von 1.287 bis 15.149 Betten für die Intensivpflege erwartet. <BR /><BR />Schließlich das Worst-Case-Szenario, das der Plan mit einem Coronavirus in Verbindung bringt. In diesem Fall könnten die Gesamtzahl der Einweisungen zwischen 570.715 und 3 Millionen und die Zahl der Einweisungen auf der Intensivstation zwischen 68.697 und 366.787 liegen. In der Spitze könnten zwischen 20.986 und 2 Millionen normale stationäre Betten und zwischen 2.779 und 269.000 Intensivbetten benötigt werden. Der Höchststand an Intensivbetten während der Pandemie Covid-19 wurde am 3. April 2020 erreicht, als 4.068 Personen auf der Intensivstation aufgenommen wurden. <h3> Die Freiheit der Bürger wird garantiert</h3>„Die Regionen prüfen jetzt den Pandemieplan und wir werden bald eine Antwort erhalten. Die Freiheit der Bürger wird jedenfalls garantiert“, kommentierte Gesundheitsminister Orazio Schillaci. <BR /><BR />Der neue Pandemieplan wird von der Regierungspartei Fratelli d´Italia um Premierministerin Giorgia Meloni begrüßt. „Der neue Pandemieplan ist ein Wendepunkt im Namen der Freiheit und der wissenschaftlichen Vernunft. Er schließt nämlich den Einsatz von Dekreten für Maßnahmen zur Bekämpfung neuer Pandemien aus, die die Rechte des Einzelnen beeinträchtigen könnten. Die neue Strategie erkennt zwar die Bedeutung von Impfstoffen an, schließt aber den Einsatz anderer therapeutischer Mittel zur Bekämpfung von Krankheitserregern nicht aus. Sie sieht auch eine klare und kontinuierliche Kommunikation vor, um Ärzten und Laien die wissenschaftlichen Beweise hinter jeder Maßnahme zu vermitteln. Dieser Pandemieplan beendet endlich die dunkle Ära des Covid-Pandemiemanagements und eröffnet eine neue Saison unter dem Schild der Transparenz“, so die Abgeordnete Alice Buonguerrieri, Fraktionsvorsitzende der Fratelli d'Italia im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Corona-Pandemie.