Montag, 28. Januar 2019

Italiens Oppositionschef besucht trotzt Verbots Migranten

Der Chef von Italiens oppositioneller Sozialdemokraten-Partei (PD), Maurizio Martina, und Parteipräsident, Matteo Orfini, sind ungeachtet eines Verbots der sizilianischen Hafenbehörde an Bord des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“ mit 47 Migranten an Bord gegangen, die seit Tagen auf die Erlaubnis zum Landgang warten.

Die 47 Migranten auf der „Sea-Watch 3“ warten seit Tagen auf Erlaubnis zum Landgang.
Die 47 Migranten auf der „Sea-Watch 3“ warten seit Tagen auf Erlaubnis zum Landgang. - Foto: © APA/AFP

Die hygienische Lage an Bord des Schiffes sei „schwierig“, berichteten die Parlamentarier. Die PD-Partei erklärte, sie habe eine Parlamentarierstaffel organisiert, um eine kontinuierliche Präsenz von Mandataren an Bord zu garantieren. Mehrere PD-Parlamentarier seien nach Syrakus gereist, um an Bord des Schiffes zu gehen.

Innenminister Matteo Salvini warf den Parlamentariern vor, die italienischen Gesetze zu missachten.

Intellektuelle und Künstler demonstrieren

Hunderte Personen haben sich indes am Montagabend in Rom an einer Demonstration vor der Abgeordnetenkammer beteiligt, um die Landung der Migranten zu fordern. „Lasst sie an Land gehen!“, skandierten die Demonstranten.

An der Protestkundgebung gegen den Einwanderungskurs der Regierung beteiligten sich auch mehrere Politiker, Intellektuelle und Künstler, die eine Petition mit einem Appell an das Kabinett von Premier Giuseppe Conte unterschrieben haben.

Mattarella ist besorgt

Die Initiatoren der Petition sammelten in wenigen Tagen über 7.000 Unterschriften. Staatschef Sergio Mattarella sei wegen der Situation besorgt und mache Druck auf die Regierung, eine rasche Lösung zu finden, hieß es in Rom. 50 humanitäre Organisationen richteten einen Appell an Premier Conte, sich für die Landung der Migranten einzusetzen.

Wichtig sei vor allem, die Minderjährigen an Bord des Schiffes zu schützen.

apa

stol