Freitag, 28. Juni 2019

Italiens Polizei nimmt IS-Kämpfer fest – in Deutschland radikalisiert

Die italienische Polizei hat einen Mann festgenommen, der 5 Jahre lang in Syrien für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft und sich in Deutschland radikalisiert haben soll.

Ein italienischer IS-Kämpfer mit marokkanischen Wurzeln wurde gefasst.
Ein italienischer IS-Kämpfer mit marokkanischen Wurzeln wurde gefasst. - Foto: © shutterstock

Der 25-Jährige sei in Syrien gefasst und nach Italien ausgeflogen worden, berichteten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos am Freitag nach einer Pressekonferenz mit Staatsanwälten zu dem Fall.

Ihm werde die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Er sei der 1. italienische IS-Kämpfer, der nach Italien habe zurückkehren wollen, zitierte Ansa den Staatsanwalt von Brescia, Carlo Nocerino.
Die italienische Polizei hatte zunächst gemeldet, der in Italien geborene Mann mit marokkanischen Wurzeln sei in der norditalienischen Provinz Brescia festgenommen worden.

Der 25-Jährige hatte den Angaben zufolge von 2013 an in Syrien für den IS gekämpft, bis er sich im August 2018 syrischen Kurdenmilizen nahe der Grenze zur Türkei ergab. Laut Adnkronos hatten die USA den Kontakt zwischen den italienischen Behörden und den Kurdenmilizen vermittelt. Neben italienischen Geheimdienstlern und der US-Bundespolizei FBI trugen nach Angaben der italienischen Polizei auch deutsche Behörden zur Festnahme bei.

Der Mann sei mit 16 Jahren nach Deutschland gezogen und habe sich dort radikalisiert, teilte die italienische Polizei weiter mit. Details dazu waren zunächst nicht bekannt. In Syrien soll der junge Mann mit seiner türkischen Frau drei Kinder gehabt haben.

dpa

stol