Donnerstag, 03. Dezember 2020

Italiens Premier ruft Italiener zu Opfern auf

Der italienische Premier Giuseppe Conte hat am Donnerstagabend eine umfangreiche Verordnung mit Anti-Covid-Maßnahmen vorgestellt, die am Freitag in Kraft treten. Die Verordnung enthält unter anderem strenge Reisebeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage vom 21. Dezember bis zum 6. Jänner.

Giuseppe Conte hat die Italiener zu Opfer ausgerufen und Einschränkungen vorgestellt; Proteste sind nun vorprogrammiert.
Giuseppe Conte hat die Italiener zu Opfer ausgerufen und Einschränkungen vorgestellt; Proteste sind nun vorprogrammiert. - Foto: © APA (Archiv/AFP) / FRANCISCO SECO
„Wenn wir jetzt nicht aufpassen, steht die dritte Welle vor der Tür, die noch gewaltsamer als die erste und die zweite sein könnte“, begründete Conte die neuen Maßnahmen.

Für aus dem Ausland Einreisende soll ab dem 20. Dezember eine 10-tägige Quarantänepflicht gelten. Einer Quarantäne müssen sich auch Italiener unterziehen, die aus dem Ausland zurückkehren. Reisen zwischen den italienischen Regionen sollen vom 21. Dezember bis zum 7. Jänner nur aus arbeits- und gesundheitlichen Gründen und in anderen Notlagen möglich sein.

Die Rückkehr an den Hauptwohnort bleibt erlaubt. Am 25. und 26. Dezember sowie am 31. Dezember und am 1. Jänner darf man den eigenen Wohnort nicht verlassen, erklärte Conte. Die Regierung Conte hält an der seit Anfang November geltenden Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr fest.

Zu Neujahr soll die Ausgangssperre bis 7 Uhr verlängert werden. Restaurants, Pizzerien und andere Lokale können von 5 bis 18 Uhr offen bleiben. Das gilt auch für den 25. und 26. Dezember sowie für den 31. Dezember und 1. Jänner. In den Hotelrestaurants darf man nach 18 Uhr nicht mehr speisen. Allerdings können Speisen im Zimmer serviert werden.

Geschäfte können auch an Wochenenden bis 21 Uhr offen halten. Damit will man Ansammlungen vermeiden. Einkaufszentren sollen bis zum 20. Dezember an Wochenenden offen sein, über die Weihnachtsfeiertage aber gesperrt bleiben.

Skipisten werden erst am 7. Jänner öffnen. Hotels in Bergortschaften, in denen im Zimmer Speisen gestattet sind, können über die Weihnachtsfeiertage offen halten. Kreuzfahrten sind verboten.
Conte will weiterhin das Ampelsystem aus roten, orangen und gelben Zonen aufrechterhalten, das seit November gilt. Damit seien auf regionaler Ebene gezielte Maßnahmen ergriffen worden, die Resultate gezeigt haben, meinte er.

In wenigen Wochen sei die Epidemiekurve unter Kontrolle gebracht worden, ergänzte der Premier. Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen seien rückgängig.

Allerdings wurde am Donnerstag in Italien eine Rekordzahl von Todesopfern in 24 Stunden gemeldet. 993 Todesopfer wurden registriert. Damit wurde das Rekordhoch vom 27. März mit 919 Todesopfern übertroffen.

apa