Sonntag, 06. September 2020

Italiens Regierung verurteilt Impfgegner-Demo in Rom

Die italienische Regierung hat die Impfgegner-Demonstration verurteilt, an der sich am Samstagnachmittag in Rom einige Tausend Personen beteiligt haben.

Personen demonstrierten am Samstag gegen eine Impfpflicht aus dem Jahr 2017 und gegen eine Maskenpflicht für Schüler.
Personen demonstrierten am Samstag gegen eine Impfpflicht aus dem Jahr 2017 und gegen eine Maskenpflicht für Schüler. - Foto: © ANSA / ANSA/MASSIMO PERCOSSI
Dabei hatten die Demonstranten zudem die Anti-Coronavirus-Maßnahmen der Regierung als undemokratisch bezeichnet und vor einer „Gesundheitsdiktatur“ gewarnt. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Impfpflicht für Kinder.

Die Demonstranten, die keinen Mundschutz trugen und sich nicht an die Abstandsregeln hielten, skandierten Slogans gegen die Regierung von Premier Giuseppe Conte. „Diese Demonstration ist schauderhaft. Die wesentlichen Regeln wie Mundschutz und Distanzierung müssen eingehalten werden. Die Italiener müssen angesichts der Coronavirus-Herausforderung geschlossen bleiben“, kritisierte Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Parlamentarier des PD fordern Strafen für Demonstranten

Parlamentarier der regierenden Sozialdemokraten (PD – Partito Democratico) forderten Strafen für die Demonstranten. „In einem Rechtsstaat müssen Gesetze respektiert werden, es darf keine Grauzonen geben. Wir erwarten uns, dass die Polizei mithilfe der Videos von Überwachungskameras jene Personen bestraft, die sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen gehalten haben“, forderte der PD-Fraktionschef im Senat, Andrea Marcucci.

EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni bezeichnete die Demonstranten als „kopflos“. „Wer Verschwörungstheorien propagiert, schadet sich selbst und unserem Land“, kritisierte der Ex-Premier.

Gegen die Maskenpflicht für Schulkinder

Die Demonstranten in Rom protestierten vor allem gegen die Maskenpflicht für Schulkinder angesichts des am 14. September beginnenden Schuljahres und gegen ein Gesetz aus dem Jahr 2017, das eine Impfpflicht gegen 10 Krankheiten eingeführt hatte, darunter Diphtherie, Tetanus und Masern. Die Organisatoren der Kundgebung behaupteten, das massive Injizieren von Impfstoffen sei für die Gesundheit der Kinder gefährlich. „Hände weg von den Kindern!“, skandierten die Demonstranten.

Italien war das erste Land in Europa, das schwer von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Bisher wurden dort fast 276.000 Infektionen und mehr als 35.500 Todesopfer verzeichnet. Seit dem Sommer breitet sich das Coronavirus wieder deutlich stärker in Italien aus. Einen erneuten Lockdown für das gesamte Land hat Regierungschef Giuseppe Conte aber ausgeschlossen.

apa

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