Donnerstag, 15. Oktober 2020

Jacinda Ardern dank Corona-Management vor Wiederwahl

In Neuseeland werden am Samstag (17. Oktober) Parlamentswahlen abgehalten. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern bewirbt sich für eine zweite Amtszeit. Wegen der Corona-Pandemie war der ursprünglich für Sommer geplante Urnengang verschoben worden. Umfragen zufolge lag Arderns Labour Party zuletzt mit 48 Prozent deutlich vor der konservativen National Party (31 Prozent). Weit abgeschlagen folgen Grüne und Liberale.

Jacinda Ardern hat ein gutes Krisen-Management bewiesen.
Jacinda Ardern hat ein gutes Krisen-Management bewiesen. - Foto: © APA (AFP) / MARTY MELVILLE
48 Prozent wären zwar deutlich weniger als der Rekordwert von 59 Prozent, den die Labour Party im Mai in einer Umfrage erzielte, aber genug, um mit der Unterstützung kleinerer Parteien weiter zu regieren.

Arderns Umgang mit der Coronakrise (Grenzschließungen und Wirtschafts-Einschränkungen inklusive) sowie ihre Reaktion auf die Anschläge auf 2 Moscheen in Christchurch im vergangenen Jahr haben ihr Pluspunkte eingebracht.

Nach einem zweiten Virusausbruch im August und einem Lockdown in Neuseelands größter Stadt Auckland erklärte Premierministerin Ardern das Land am Mittwoch erneut Covid-frei.

Dieser „Meilenstein“ passt Ardern kurz vor der Parlamentswahl gut ins Konzept. Im Wahlkampf hatte sie vor allem um Vertrauen in die Corona-Politik ihrer Regierung gebeten. Sie stehe weiterhin voll hinter der Anti-Corona-Strategie, mit der Neuseeland die Zahl der Todesfälle bisher auf insgesamt 25 begrenzen konnte, erklärte Ardern. Im Kampf gegen das Virus und die Unsicherheit sei ein „Plan notwendig“, und diesen habe ihre Labour Party.

Ihr empathischer Ansatz, das „5-Millionen-Team“ der Neuseeländer müsse für kurze Zeit die Normalität opfern, um die am stärksten gefährdeten Gruppen des Landes - ältere sowie immunschwache Menschen - zu schützen, kam beim Volk gut an.


apa

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