Während über eine vollständige Konventionierung neu gebauter Wohnungen diskutiert wird, zeigen die von Mair vorgelegten Daten deutlich, dass beim Bestand kontinuierlich Konventionen auslaufen oder Wohnungen freigekauft werden. Denn: Nicht jede Sozialbindung von Wohnungen in Südtirol ist dauerhaft. Bis März 2016 gab es die Wohnbauförderung des Landes im Gegenzug für eine Bindung von 20 Jahren. Die Bindung kann auch früher gelöscht werden, wenn der Förderempfänger den erhaltenen Betrag ganz oder teilweise zurückzahlt.<BR /><BR />„Eine solche geförderte Wohnung ist für 20 Jahre Ansässigen vorbehalten und kann danach auch an Provinzfremde verkauft werden“, sagt der Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber. Für die aktuelle Debatte um Für und Wider der von Wohnbaulandesrätin Ulli Mair vorgeschlagenen 100-Prozent-Konventionierung für Neubauten seien diese Zahlen nicht unerheblich, fand er und wollte daher mittels Anfrage wissen, wie viele Wohnungen dies in Südtirol tatsächlich betrifft.<BR /><BR />Die genauere Aufschlüsselung zeigt, dass allein im Vorjahr 1096 Anträge um Ausstellung der Bestätigung über den Ablauf der 20-jährigen Bindung gestellt wurden. Auch in den Jahren zuvor bewegte sich die Zahl der Anträge in diesem Bereich: 2023 waren es 974, 2022 961, 2021 1071, 2020 794. Bis zurück ins Jahr 2014 das gleiche Bild: Zwischen 816 und 921 Wohnungen wurden in der Zeit jährlich wieder für den freien Markt verfügbar. <BR /><BR />Auch die Zahl der frühzeitigen Löschungen nach Zurückzahlung der gesamten Fördersumme ist in der Antwort enthalten. 2024 wurden 243 solche Anträge gestellt. 261 bis 354 Empfänger beantragten in den Jahren seit 2016 jährlich, einen Teil der Fördersumme nach 10 oder mehr Jahren im Gegenzug für die Löschung zurückzahlen zu dürfen.<BR /><BR />„Man weiß, dass jetzt schon die meisten Wohnungen in Südtirol frei von Bindungen sind. Nun sehen wir: Jedes Jahr kommen viele weitere dazu“, folgert Leiter Reber aus den Daten.