Freitag, 10. April 2020

Lockdown bis 3. Mai verlängert

Die italienische Regierung hat die Ausgangsverbote für die Bürger bis zum Sonntag, 3. Mai verlängert. Dies hat Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte am Freitag live auf Facebook verkündet. Ab 14. April dürfen allerdings einige Betriebe und Geschäfte öffnen – natürlich immer unter Einhaltung der notwendigen Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen.

Ministerpräsident Giuseppe Conte während seines Live-Auftritts am Freitag.
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Ministerpräsident Giuseppe Conte während seines Live-Auftritts am Freitag. - Foto: © FB/Giuseppe Conte
Ein Großteil der derzeit geschlossenen Unternehmen müsste bis dahin noch auf die Wiederaufnahme der Produktion warten. Danach könne man schrittweise wieder starten. „Wenn wir jetzt aufgeben, könnte alles umsonst gewesen sein und wir müssen von vorne beginnen“, so Conte.

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Die Verlängerung des strikten Ausgangsverbots, das seit dem 10. März gilt, habe die Regierung mit wissenschaftlichen Beratern sowie den Regionen und Gewerkschaften abgestimmt, sagte Conte. „Es war eine sehr schwere, aber notwendige Entscheidung!“

Die Italiener und natürlich auch die Südtiroler dürfen, wie wir alle wissen, derzeit nur ausnahmsweise das Haus verlassen, etwa wenn sie zur Arbeit oder zum Einkaufen müssen. In der Wirtschaft, wo die nicht lebensnotwendige Produktion gestoppt ist, dürfen laut dem neuen Dekret einige wenige Firmen und Geschäfte schon ab 14. April öffnen.

Wieder öffnen dürfen demnach einige wenige Geschäfte im Einzelhandel und zwar jene, die in den Bereichen Kinderbekleidung, Papierwaren und Bücher tätig sind. Auch wieder gearbeitet werden darf in der Forstwirtschaft. Firmen, die im Bereich der Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ausgenommen Möbel) tätig sind, dürfen ebenfalls wieder arbeiten. Zudem werden folgende Tätigkeiten wieder aufgenommen: Herstellung von elektronischen Bauelementen und Leiterplatten, Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und peripheren Geräten, Großhandel mit Waren aus Papier, Karton, Pappe und Schreibwaren, Großhandel mit Düngemitteln und anderen chemischen Erzeugnissen für die Landwirtschaft sowie Exterritoriale Organisationen und Körperschaften. Auch im Bereich der Landschaftspflege darf wieder gearbeitet werden.

„Wir sind noch nicht in der Situation, Produktion zu starten“

Insgesamt müsse Rom strikt bleiben, so Ministerpräsident Conte. „Wir sind nicht in der Situation, die Produktion wieder zu starten, weil wir dann das Risiko hätten, dass die Ansteckungskurve wieder hoch geht und wir die erzielten Ergebnisse zunichte machen.“ Phase 2 könne schrittweise nach dem 3. Mai starten.

In Italien hatte sich die Ansteckungswelle zuletzt verlangsamt. Trotzdem meldete der Zivilschutz auch am Freitag 570 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Insgesamt starben in Italien seit dem Beginn der Viruswelle im Februar 18.849 Personen mit Corona-Infektion, allein in Südtirol sind es bisher 192. Mehr als 144.000 Menschen wurden positiv auf den Erreger getestet, 1974 sind es in der Provinz Bozen.

apa/stol/vs