Dienstag, 15. März 2022

Jetzt ist klar: So wird die Matura 2022 in Südtirol aussehen

Maturanten, Lehrer und Eltern hatten schon lange darauf hingefiebert: Am Montag hat das Bildungsministerium in Rom nun festgelegt, wie die Abschlussprüfungen 2022 aussehen werden. Wegen der Pandemie wird es auch heuer einige Erleichterungen für die Prüflinge geben. Welche das sind, erklärt Schulinspektor Werner Sporer.

Ganz so wie früher (im Bild: Matura 2014) wird die Abschlussprüfung zwar auch heuer nicht werden, aber etwas Normalität ist zurück.

Von:
Katrin Niedermair
„Es wird pandemiebedingt wieder eine Sonderform der Abschlussprüfungen geben. Diese nähert sich aber wieder stärker der Normalform an“, sagt Sporer: Wie bereits Ende Jänner berichtet, sind wieder schriftliche Prüfungen vorgesehen, sowohl an den Mittel- als auch an den Oberschulen. „Wenn auch nicht im vollen Umfang.“

Die größte Veränderung: Italienisch wird 2022 nicht schriftlich geprüft. Für Südtirols Maturanten heißt das: nur 2 schriftliche Prüfungen. Ihre Italienischkenntnisse müssen sie im Rahmen des mündlichen Prüfungsgespräches beweisen. Los geht es mit der Matura jedenfalls am 22. Juni um 8.30 Uhr.

Inspektor Sporer: „Die erste schriftliche Prüfung aus Deutsch findet normal statt. Es gibt zentrale Aufgabenstellungen für alle Schulen. 7 Themen stehen zur Auswahl. Das ist in ganz Südtirol einheitlich.“

Es wird pandemiebedingt wieder eine Sonderform der Abschlussprüfungen geben.
Werner Sporer, Schulinspektor


Die zweite schriftliche Prüfung ist schultypspezifisch: Auch hier hat es wegen der Pandemie eine Erleichterung gegeben. „Es wird nur ein Fach geprüft – nicht wie in anderen Jahren 2 oder 3“, erklärt Sporer. Die Liste der Fächer liegt schon vor. „Im Sprachengymnasium wird es heuer Englisch sein, im Realgymnasium Mathematik, im klassischen Gymnasium Latein.“ (Die vollständige Liste über die Fächer der zweiten schriftlichen Prüfung an den Südtiroler Oberschulen finden Sie hier.)

Die Aufgaben für die zweite schriftliche Prüfung werden an den Schulen konzipiert – auch das sei eine pandemiebedingte Erleichterung, erläutert Werner Sporer: „Hintergrund ist der, dass die Schüler durch die Pandemie und unterschiedliche Dauer und Formen des Fernunterrichts einen unterschiedlichen Leistungsstand erreicht haben. Dem will man Rechnung tragen.“

Das mündliche Prüfungsgespräch

Das mündliche Prüfungsgespräch wird in etwa so ablaufen wie auch in vergangenen Jahren: Alle Fächer und Fachbereiche werden abgedeckt. Zum Einstieg wird den Maturanten Impulsmaterial vorgelegt. „Ein besonderer Fokus wird natürlich auf Italienisch gelegt werden“, sagt Inspektor Sporer. „Die Bereiche ,Gesellschaftliche Bildung‘ und ,Übergreifende Kompetenzen und Orientierung‘ sollen auch im Rahmen des Gespräches thematisiert werden. Schüler können dabei etwa von geleisteten Praktika und besonderen Projekte berichten.“

Alles neu bei den Punkten: 50 Prozent Schulguthaben

Neu ist die Vergabe der Punkte: Von 100 möglichen Punkten entfallen 50 auf das so genannte Schulguthaben – also die Noten, die die Schüler im Triennium gesammelt haben. „Bisher waren es 40 der 100 möglichen Punkte“, sagt Sporer. Bei der Matura allein können also maximal noch 50 Punkte erreicht werden: 15 Punkte gibt es maximal für die Arbeit aus Deutsch, 10 für die zweite schriftliche Prüfung und 25 für das mündliche Gespräch.

Kommission: Interne Prüfer, externer Präsident

Die Kommission wird sich wie bereits in den vergangenen 2 Jahren aus den jeweiligen Klassenlehrern als interne Prüfer und einem externen Präsidenten zusammensetzen: „Die Lehrer wissen am besten Bescheid, welche Ziele die Schüler erreichen können“, erläutert Sporer. „So ist es leichter, den individuellen Voraussetzungen Rechnung zu tragen.“

Das erwartet die Mittelschüler

Südtirols Mittelschulabgänger müssen heuer ebenfalls nur 2 schriftliche Prüfungen ablegen: Deutsch und Mathematik. Englisch und Italienisch werden ausschließlich mündlich geprüft.

Im Falle einer Quarantäne: Ersatzermin schriftlich, Videokonferenz mündlich

Mündliche Prüfungen können heuer wieder in Ausnahmefällen mündlich abgelegt werden – etwa, wenn über einzelne Schüler eine Quarantäne verhängt werden sollte. „Das hat in den vergangenen 2 Jahren gut funktioniert“, weiß Sporer. Die schriftlichen Prüfungen hingegen müssen in Präsenz stattfinden. Ist ein Schüler verhindert, wird ein Ersatztermin festgelegt.

kn

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