„Es herrscht Handlungsbedarf“, meinte Niederegger. „Aber es muss fachlich darüber diskutiert werden.“<BR /><BR />Es gebe sehr viele Möglichkeiten für Kinder mit nicht ausreichenden Deutsch-Kenntnissen – wie etwa Niveaugruppen zu bilden und in diesem Rahmen differenzierte Angebote zu schaffen. „Im Ausland werden wir bestaunt für unser inklusives Modell, und wir tun gut daran, daran festhalten“, betonte Niederegger aber auch. Im Rahmen des inklusiven Modells sollte man darauf schauen, allen gerecht zu werden und ein differenziertes Angebot zu schaffen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1069152_image" /></div> <BR /><BR />Die Diskussion über das Goethe-Modell habe aber auch viele Diskussionen überlappt, die den Lehrern unter den Nägeln brennen, wie etwa die Anhebung der Löhne, meinte Niederegger. „Es ist höchste Zeit für ein adäquates Gehalt.“ Dafür erntete sie langen Applaus von Hunderten von Lehrern im Walther-Saal. Und die KSL-Vorsitzende kündigte auch an: „Wir werden uns künftig nicht scheuen, uns auch zu wehren. Einem weiteren sozialen Abstieg unserer Berufsgruppe werden wir nicht zustimmen.“ <BR /><BR />Ein wichtiges Thema sei auch die sinkende Zahl der Studierenden an der Fakultät für Bildungswissenschaften – der Lehrermangel also – ebenso „die ausufernde Bürokratie, mit der wir uns an der Schule herumschlagen müssen“, berichtete die KSL-Vorsitzende.<h3> Kompatscher sichert Gehaltsaufbesserungen zu</h3>Landeshauptmann Arno Kompatscher meinte, die Landesregierung habe Zusagen zur Entlohnung gemacht „und wir werden diese Zusagen auch einhalten. Wir haben einen Kassensturz gemacht in den vergangenen Tagen und wir haben jetzt die Voraussetzungen dafür, zu reden, wie wir das Geld einsetzen. Wir werden das Geld finden. Unser Anliegen wird es sein, dass sich die öffentliche Delegation sofort mit den Gewerkschaften zusammensetzt, um jetzt genau auszurechnen, was aufgrund der Inflation und des fehlenden Vertragsabschlusses der Fehlbetrag ist. Das ist auf jeden Fall zu liefern. Wir werden das Geld dafür bereitstellen – mit dem Haushaltsvoranschlag 2025-26-27.“ Dafür gab es auch für Kompatscher Applaus. <BR /><BR />Landesrat Philipp Achammer wies hingegen darauf hin, dass 3 von 4 Jugendlichen unsicher seien in punkto Zukunft. Deshalb sei es wichtig, ihnen Sicherheit zu geben.<BR /><BR />Beim Goethe-Modell, welches eine Sonderklasse vorsah und inzwischen gestoppt wurde, gehen die Meinungen unter den Lehrern auseinander. Eine Lehrerin aus dem Raum Überetsch-Unterland meinte: „Gut, dass es an die Öffentlichkeit gekommen ist und dass das Problem angesprochen wird. Denn es ist ein Riesenproblem. Aber die Sonderklasse ist nicht der richtige Weg.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1068891_image" /></div> <BR /><BR /> Monika Untersteiner, Grundschullehrerin in Blumau, spricht sich hingegen für „Willkommensklassen“ aus – aber nicht für das gesamte Schuljahr, sondern für einen kürzeren Zeitraum, „um den Schülern die deutsche Sprache in der Basis zu vermitteln und die deutsche Sprache in der Basis zu festigen.“ Nach etwa 2 Monaten – je nach Sprachkenntnis – sollten diese Schüler dann in die ersten Klassen inkludiert werden. <BR /><BR />„Die Inklusion der Schüler steht an erster Stelle“, sagt Untersteiner. Die Grundschule in Blumau sei mit 34 Schülern eine Schule mit Abteilungsunterricht. In der ersten Klasse hätten von 11 Kindern 9 einen Migrationshintergrund. Nach Erhebung der Sprachkenntnisse der Schüler würden je nach Leistungsstand individuelle Angebote geschaffen – unabhängig davon, ob es ein Kind deutscher Muttersprache ist oder nicht. Denn es gebe auch Kinder deutscher Muttersprache, die besondere Unterstützung für den Lese- und Schreibprozess brauchen. Kinder mit Migrationshintergrund erhalten Sprachförderstunden. Eine Willkommensklasse brauche die Grundschule in Blumau nicht, weil die erste Klasse eine geringere Schülerzahl als die erste Klasse in der Goethe-Schule in Bozen habe. Wie berichtet, haben die 3 ersten Grundschulklassen der Goethe-Schule 17, 19 und 20 Schüler.