„Wir haben zunehmend das Gefühl, dass Meran an Lebendigkeit verliert“, sagt Ausschussmitglied Kevin Pichler. „Gerade für junge Menschen fehlen oft einfache Möglichkeiten, sich zu treffen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Im Alltag zeigt sich, dass spontane Treffpunkte und vielfältige Freizeitangebote nicht immer selbstverständlich sind.“<BR /><BR />Dieser Eindruck sei laut JG nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern lasse sich mit Fakten untermauern: „Mit einem Durchschnittsalter von über 46 Jahren gehört Meran zu den am stärksten alternden Städten des Landes. Während der Tourismus floriert, wird der Raum für Einheimische – insbesondere für die Jugend – immer enger. Der massive Druck auf den Wohnmarkt durch Zweitwohnungen und die touristische Nutzung macht es für junge Meranerinnen und Meraner fast unmöglich, in ihrer eigenen Stadt eine bezahlbare Wohnung zu finden.“<BR /><BR />Zudem verschwinden laut JG immer mehr Freiräume: „Wo früher Bars, Discos und alternative Kulturzentren für ein lebendiges Nachtleben sorgten, dominieren heute oft restriktive Lärmschutzbestimmungen und ein Fokus auf eine reine Kurstadt-Ästhetik.Was passiert, wenn jungen Menschen kaum Perspektiven geboten werden, lässt sich derzeit allabendlich in der Kurstadt beobachten. Dass es auch anders geht, zeigte sich eindrucksvoll über Ostern: Als die Burggräfler Studierenden zurückkehrten, erwachte die Stadt schlagartig wieder zum Leben.“<h3>Gemeinsam die Weichen stellen</h3>„Es geht nicht darum, alles schlechtzureden“, betont der Vorsitzende der JG Burggrafenamt Hannes Wieser. „Aber wir sollten ehrlich ansprechen, wie die Situation von vielen jungen Menschen empfunden wird. Die Junge Generation sieht darin eine gemeinsame Aufgabe. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern um das Bewusstsein, dass eine Stadt nur dann lebendig bleibt, wenn sie sich weiterentwickelt und Platz für alle Generationen bietet.<BR /><BR />„Meran hat enormes Potenzial“, so Pichler. „Wir wünschen uns, dass dieses Potenzial im Alltag stärker spürbar wird – auch für die Jugend. Viele junge Menschen im Burggrafenamt sind bereit, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Sie wollen ihre Ideen teilen und aktiv mitgestalten.“<BR /><BR />„Schon kleine Impulse, wie die Schaffung konsumfreier Begegnungszonen oder eine liberalere Handhabung von Kulturveranstaltungen, können viel bewirken“, sagt Wieser. <BR /><BR />„Wichtig ist, dass wir gemeinsam darüber nachdenken, wie wir unsere Stadt lebendig halten“, betont Ausschussmitglied Peter Tirler: „Und das gilt besonders in einer Zeit, in der Begegnungsräume für Menschen immer wichtiger werden. “<BR /><BR />Dahingehend sehe man auch bereits die Bemühungen der Meraner Stadtpolitik: „Man denke an die Neugestaltung des Pferderennplatzes, Kasernenareal, Mobilitätszentrum oder verschiedene Sporteinrichtungen. Wichtig für uns ist hier aber, dass dabei auch die Jugend mit am Tisch sitzt. Sonst bleibt es dabei, dass die Anforderungen der Kurstadt jungen Menschen immer weniger statt mehr Raum geben.“<BR /><BR />Die Botschaft der JG ist klar: „Meran soll auch in Zukunft ein Ort bleiben, an dem sich junge Menschen wohlfühlen und gerne leben. Wir fühlen uns mit unserer Heimat verbunden“, sagt die JG-Burggrafenamt abschließend. „Gerade deshalb ist es uns wichtig, diese Themen anzusprechen.“