Donnerstag, 11. Juni 2020

Jihadisten töten mehr als 80 Dorfbewohner im Nordosten Nigerias

Die Zahl der Todesopfer durch einen von Jihadisten verübten Überfall im Nordosten Nigerias ist auf mehr als 80 gestiegen. Inzwischen seien 81 Todesopfer in dem angegriffenen Dorf im Bundesstaat Borno gezählt worden, wie Gouverneur Babagana Zulum Umara am Mittwoch mitteilte.

Die Terroristen stehen in enger Verbindung zum IS.
Die Terroristen stehen in enger Verbindung zum IS.
In einer vorherigen Bilanz war die Zahl der Toten noch mit 59 angegeben worden.

Außerdem wurden 7 Menschen aus dem Dorf entführt, darunter der Dorfvorsteher, wie das Büro des Gouverneurs bekanntgab. Das entlegene Dorf Felo war am Dienstag von Kämpfern der Jihadistenmiliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (Iswap) angegriffen worden. Es handelte sich womöglich um einen Racheakt dafür, dass Selbstverteidigungsmilizen des Ortes zuvor mehrere Jihadisten getötet hatten, wie ein Vertreter des Dorfes sagte.

Iswap ist mit der Miliz Islamischer Staat (IS) verbündet. Die Gruppierung hatte sich im Jahr 2016 von der Miliz Boko Haram abgespalten, die bereits seit mehr als 10 Jahren Gewalttaten im Norden Nigerias verübt. Durch die Angriffe der islamistischen Milizen und ihre Kämpfe mit den nigerianischen Sicherheitskräften wurden seit dem Jahr 2009 rund 36.000 Menschen getötet. 2 Millionen Menschen ergriffen die Flucht.

Durch andere Überfälle auf Dörfer im Norden Nigerias wurden am Dienstag mindestens 57 Menschen getötet. Rund 150 Männer auf Motorrädern hätten 6 Dörfer im nordwestlichen Bundesstaat Katsina angegriffen, teilte ein örtlicher Gemeindevertreter mit. Die „Banditen“ hätten um sich geschossen und danach Vorratslager geplündert.

Dörfer im Nordwesten Nigerias werden häufig von bewaffneten Gruppen überfallen, die von Einwohnern als „Banditen“ bezeichnet werden. Bei diesen Angreifern handelt es sich nicht um Jihadistengruppen wie in anderen Landesteilen.

apa/afp

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