Sonntag, 01. März 2020

Joe Biden gewinnt erstmals bei Vorwahlen der Demokraten

Nach 3 Niederlagen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Ex-Vizepräsident Joe Biden erstmals eine Vorwahl gewonnen - und das mit einem Kantersieg. Biden erklärte sich am Samstagabend (Ortszeit) zum Sieger der wichtigen Vorwahl in South Carolina. Unterdessen zog der Milliardär Tom Steyer seine Bewerbung nach einem erneuten enttäuschenden Ergebnis zurück.

Joe Biden darf endlich jubeln.
Joe Biden darf endlich jubeln. - Foto: © APA (AFP/Getty) / SCOTT OLSON
„Wir haben gerade gewonnen, und wir haben wegen Euch deutlich gewonnen“, sagte der 77-jährige Biden vor jubelnden Anhängern in der Hauptstadt von South Carolina, Columbia. Biden gehört zum moderaten Flügel der Demokraten. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahlbezirke in South Carolina gewann Biden vorläufigen Angaben der Wahlkommission zufolge fast 50 Prozent der Stimmen. Sanders lag demnach bei knapp 20 Prozent.

In landesweiten Umfragen führt Sanders (78) das Feld der Bewerber um die Kandidatur der Demokraten weiterhin an. Der Parteilinke, der sich selber als demokratischer Sozialist bezeichnet, hat bisher 2 Vorwahlen gewonnen. South Carolina war die vierte Vorwahl.

Die Vorwahl in South Carolina war die letzte vor dem sogenannten Super Tuesday am kommenden Dienstag. Dann wird in 14 US-Staaten parallel „vorgewählt“. Dabei werden mehr als ein Drittel aller Parteitags-Delegierten vergeben, die im Sommer den Kandidaten der Demokraten bestimmen. Dieser Kandidat wird am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump in die Wahl ziehen.

In South Carolina konnten deutlich mehr afroamerikanische Wähler abstimmen als bei den bisherigen Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada. Biden baute darauf, bei dieser Wählergruppe punkten zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich. Biden war Vizepräsident unter Trumps Vorgänger Barack Obama (2009-17), dem ersten schwarzen Präsidenten in den Vereinigten Staaten. Im Fall einer Niederlage Bidens in South Carolina war über ein Ende seines Wahlkampfs spekuliert worden.

Biden war als Hoffnungsträger moderater Demokraten ins Rennen gegangen. Er hatte die landesweiten Umfragen der Bewerber um die Kandidatur lange angeführt, bevor er an der Spitzenposition von Sanders abgelöst wurde. Bei den bisherigen Vorwahlen war Biden weit unter den Erwartungen geblieben. In Iowa war er nur auf den vierten Platz gekommen, in New Hampshire sogar nur auf Rang fünf. In Nevada lag Biden zwar auf dem zweiten Platz, aber um Längen hinter Sanders.



apa