Dienstag, 14. Januar 2020

Johnson: Trump-Deal könnte Iran-Atomabkommen ersetzen

Der britische Premierminister Boris Johnson zeigt sich offen für ein neues Atomabkommen mit dem Iran nach Vorgaben von US-Präsident Donald Trump.

Boris Johnson.
Boris Johnson. - Foto: © APA/afp / DANIEL LEAL-OLIVAS

„Wenn wir es abschaffen, dann lasst es uns ersetzen, und lasst es uns ersetzen mit dem Trump-Deal“, sagte Johnson am Dienstag in der BBC. „Das wäre ein großer Weg nach vorne.“

Trump sei nach eigener Auffassung großartig darin, Deals zu machen. „Lasst uns zusammenarbeiten und das Atomabkommen ersetzen und stattdessen den Trump-Deal bekommen.“ Er wolle keinen militärischen Konflikt zwischen Großbritannien, den USA und dem Iran. „Lasst uns die Sache herunterschrauben.“

Die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Russland und China schlossen 2015 in Wien nach jahrelangen Verhandlungen das historische Atomabkommen mit dem Iran. Die Islamische Republik sagte zu, ihr Nuklearprogramm zu beschränken. Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen zurückgefahren.

Doch Trump kündigte die Vereinbarung 2018 einseitig auf und verhängte schrittweise wieder US-Sanktionen. Die Europäer erklärten wiederholt, weiterhin zu dem Abkommen zu stehen. Der Iran verabschiedete sich gleichwohl nach und nach von Vorgaben des Abkommens und kündigte kürzlich an, sich auch nicht mehr an die gesetzten Grenzen bei der Urananreicherung halten zu wollen.


apa