Dienstag, 17. August 2021

Jüngste Bürgermeisterin Afghanistans: Furchtlos warten auf den Tod

Zarifa Ghafari, die als jüngste Bürgermeisterin Afghanistans bekannt geworden ist, hat sich mit einer bedrückenden Botschaft an die Weltöffentlichkeit gewandt: „Ich warte darauf, dass die Taliban mich umbringen.“

Zarifa Ghafari ist 27 Jahre alt und Bürgermeisterin einer Stadt in Afghanistan: Frauen wie sie sind den radikalislamischen Taliban ein Dorn im Auge.
Zarifa Ghafari ist 27 Jahre alt und Bürgermeisterin einer Stadt in Afghanistan: Frauen wie sie sind den radikalislamischen Taliban ein Dorn im Auge. - Foto: © ANSA / Twitter Zarifa Ghafari
Die Taliban „werden Leute wie mich holen und mich töten. Ich sitze hier und warte darauf, dass sie kommen“, sagt die 27-jährige Zarifa Ghafari der „New York Times“.

„Es gibt niemanden, der mir oder meiner Familie hilft. Ich sitze nur mit ihnen und meinem Mann zusammen. Ich kann meine Familie nicht verlassen. Und wohin sollte ich auch gehen?“: Die jüngste Bürgermeisterin Afghanistans in der Provinz Maidan Wardak hatte sich immer an vorderster Front für die Rechte der Frauen eingesetzt.



Ghafari, die im Sommer 2018 von Präsident Ashraf Ghani zur Bürgermeisterin ernannt wurde, ist eine der wenigen Frauen, die jemals ein Regierungsamt in der sehr konservativen Stadt Maidan Shar bekleidet haben. „Ich bin am Boden zerstört. Ich weiß nicht, auf wen ich mich verlassen kann. Aber ich werde jetzt nicht aufhören, auch wenn sie wieder hinter mir her sind. Ich habe keine Angst mehr vor dem Tod.“

Nur wenigen Afghanen war nach der Machtübernahme der Taliban die Flucht gelungen.

Hintergrund: Deshalb ist Afghanistan eine tickende Zeitbombe

In Afghanistan regieren seit Jahrzehnten Krieg, Gewalt und Terror das Tagesgeschehen. Doch das war nicht immer so. Vor 60 Jahren war das Land am Hindukusch sogar ein beliebtes Reiseziel für Touristen – heute regieren wieder die radikalislamischen Taliban das Land und verbreiten Angst und Schrecken. STOL-Reporter Ivo Zorzi geht kurz auf die Hintergründe dieser dramatischen Krise ein:

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ansa/kn

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