Dienstag, 18. Dezember 2018

Juncker: Europa braucht Afrika und Afrika braucht Europa

Zum offiziellen Beginn des EU-Afrika-Forums am Dienstag in Wien haben die Teilnehmer Einigkeit und Willen zur Intensivierung der Beziehungen demonstriert. „Europa braucht Afrika und Afrika braucht Europa”, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) forderte deutlich mehr europäische Investitionen in Afrika.

Die EU buhlt um Afrika. - Foto: APA
Die EU buhlt um Afrika. - Foto: APA

„Wir dürfen den afrikanischen Kontinent nicht den Chinesen überlassen”, sagte Kurz vor Beginn der Beratungen mit afrikanischen und europäischen Spitzenpolitikern sowie zahlreichen Unternehmern im Wiener Austria Center. Das EU-Afrika-Forum solle „ein Stück weit einen Paradigmenwechsel darstellen”, damit neben der klassischen Entwicklungshilfe auch vermehrt auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionen gesetzt werde. Die EU sei der größte Geber weltweit, was die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) betreffe, denn sie leiste mehr als 50 Prozent der weltweiten EZA. „Aber, was die Investitionen betrifft, gibt es Luft nach oben”, so Kurz.

Beide Staaten befänden sich in einer „Schicksalsgemeinschaft”

Sowohl Juncker als auch Kurz betonten, dass sich die beiden Kontinente in einer „Schicksalsgemeinschaft” befänden. Man müsse eine „Partnerschaft auf Augenhöhe aufbauen, auf Grundlage einer gemeinsamen Verantwortung”, so Juncker. Bisher sei die „Geber-Nehmer-Beziehung” vorherrschend gewesen, sagte der Luxemburger in Anspielung auf Entwicklungshilfe. In den letzten Jahren sei die Beziehung „weiter reduziert” worden „auf die Ebene der Migration”. Das Forum heute sei deshalb bewusst kein „Migrationsgipfel”, betonte Juncker. Europa müsse seinen Blick auf Afrika ändern, forderte Kurz.

„Das strategische Interesse muss uns einander näherbringen”, so EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani. Europa und Afrika müssten „Hand in Hand gehen”. Ähnlich äußerte sich der Präsident Ruandas und derzeitige Vorsitzender der Afrikanischen Union (AU), Paul Kagame: Es brauche Gewinne auf beiden Seiten, „Afrika gewinnt, Europa gewinnt und zusammen profitieren wir alle”.

apa

stol