Freitag, 18. November 2016

Juncker in Bozen: Südtiroler Tradition und EU-Politik

Hoher Besuch in Südtirol: Jean-Claude Juncker, der Präsident der Europäischen Kommission, ist am heutigen Freitag zu Gast in Bozen.

Der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, flankiert vom Landeskommandanten der Südtiroler Schützen Elmar Thaler und dem Landeshauptmann Arno Kompatscher. - Foto: DLife/lo
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Der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, flankiert vom Landeskommandanten der Südtiroler Schützen Elmar Thaler und dem Landeshauptmann Arno Kompatscher. - Foto: DLife/lo

Der hohe Politiker wurde am Freitagvormittag am Silvius-Magnago-Platz in Bozen mit einem landesüblichen Empfang begrüßt:

Gegen 10.30 Uhr fuhr der schwarze Lancia mit dem Kommissionspräsidenten Juncker vor dem Palais Widmann vor. Landeshauptmann Arno Kompatscher wartete bereits vor dem Eingang, um den hohen Politiker in Empfang zu nehmen.

Ebenfalls zur Stelle waren eine Formation aus den 3 Bozner Musikkapellen Bozen, die Bundesfahne des Südtiroler Schützenbundes, die Fahne der Südtiroler Musikkapellen, die Fahne der Schützenkompanie Bozen sowie eine Sonderformation des Schützenbezirks Bozen, die eine Ehrensalve schoss.

Traditionen und Treber

Während des Empfangs versammelten sich zahlreiche Schaulustige und Pressevertreter am Silvius-Magnago-Platz. Landeshauptmann Kompatscher stand zu Junckers Linken, der Landeskommandant der Südtiroler Schützen Elmar Thaler zu dessen Rechten.

Wie Thaler STOL gegenüber berichtet, sei Juncker von dem traditionellen Empfang sehr angetan gewesen. Der Präsident der Europäischen Kommission sei bereits vor langer Zeit einmal in Südtirol gewesen.

Wie es sich gehört, waren auch die Marketenderinnen samt Schnaps vor Ort: Sie schenkten Treber aus, der dem Präsidenten gut geschmeckt haben soll.

Ein Gläschen in Ehren... Foto: DLife/lo

Anschließend wurde Juncker von Kompatscher ins Palais Widmann begleitet. Dort fand ein Gespräch unter vier Augen statt. 

Gespräch unter vier Augen: Migration und EU

Bei dem Gespräch standen vor allem aktuelle europäische Themen und Herausforderungen im Mittelpunkt: Der Brexit wurde ebenso thematisiert wie der Stand des europäischen Einigungsprozesses. Man war sich einig, dass gemeinsame europäische Entscheidungen von allen Mitgliedsländern respektiert und mitgetragen werden müssen. 

Juncker erklärte, Europa könne nur dann funktionieren, wenn gemeinsame Beschlüsse auch gemeinsam umgesetzt werden. Er kündigte an, dass die Kommission Ende des Monats Vorschläge vorlegen wolle, um die europäische Verteidigungspolitik voranzubringen. Genau wie die Migration – ein weiteres Schwerpunktthema des Gesprächs – sei die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ein Bereich, in dem die Europäer gemeinsam mehr erreichen können als jedes Mitgliedsland allein, so der EU-Kommissionspräsident.

Neben der Umsetzung des Juncker-Plans durch Südtirol, den grenzüberschreitenden Mobilitätsprojekten, war die Regionalpolitik ein Gesprächsthema mit besonderem Lokalbezug. Dabei wurde über die Berglandwirtschaft, die Beibehaltung der Strukturfonds auch nach 2020 und die europäische Alpenstrategie EUSALP als gemeinsame neue europäische Initiative gesprochen.

Um 12.10 Uhr wird Juncker an der Universität Bozen erwartet. Er referiert bei der Tagung „70 Jahre Pariser Vertrag“ über „Das Prinzip der Subsidiarität und die Perspektiven der Regionen in der EU von heute“.

stol

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