Mittwoch, 12. Februar 2020

Justiz will weiter gegen Kapitänin Rackete ermitteln

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent hat einen Untersuchungsrichter um eine sechsmonatige Verlängerung der Ermittlungen gegen die Kapitänin des deutschen Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, gebeten. Gegen die 31-jährige Kapitänin wird wegen Widerstand gegen die Polizei und Verletzung eines Polizeischiffes ermittelt.

Carola Rackete war im Juni ohne Erlaubnis in den Hafen Lampeduas eingefahren.
Carola Rackete war im Juni ohne Erlaubnis in den Hafen Lampeduas eingefahren. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / TOBIAS SCHWARZ
Die Deutsche war im Juni 2019 mit der „Sea-Watch 3“ und 40 Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa eingefahren. Sie hatte dabei auch ein Schiff der Finanzpolizei touchiert. Rackete wurde vorübergehend festgenommen. Gegen sie läuft auf Sizilien noch ein weiteres Verfahren wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur illegalen Einwanderung, sowie wegen Eindringens in italienische Hoheitsgewässer.

Ein von der rechten Lega im vergangenen Jahr im Parlament durchgesetztes Sicherheitspaket stellt das unerlaubte Einlaufen in italienische Häfen unter eine hohe Geldstrafe. Die „Sea-Watch 3“ wurde beschlagnahmt. Rackete hatte kürzlich betont, sie mache sich wegen des Verfahrens in Italien keine Sorgen, weil ihr Vorgehen gerechtfertigt gewesen sei.

apa