Montag, 12. Juli 2021

Kärnten macht gegen den Wolf mobil

In Kärnten sind heuer bereits 40 Weide- und Wildtiere auf Almen „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ von einem Wolf getötet worden. Gailtaler Almgemeinschaften haben deshalb einen Antrag auf Ausnahme von den Schonvorschriften gestellt, der Wolf soll im betroffenen Gebiet bejagt werden können. Dieser Antrag wird nun geprüft.

Welcher Wolf ist ein Problemwolf? Darüber soll auch entscheiden, wie häufig er Nutztiere anfällt.
Welcher Wolf ist ein Problemwolf? Darüber soll auch entscheiden, wie häufig er Nutztiere anfällt. - Foto: © Shutterstock
„Wir werden jeden rechtlichen Spielraum ausnutzen, den wir hier haben“, betonte Jagd- und Agrarreferent Martin Gruber, wenn die Behörde dafür grünes Licht gibt, sei er „sofort bereit, einen Abschuss-Bescheid zu unterzeichnen“.

„Problemwölfe“ könnten zwar getötet werden – allerdings komme es auf die Definition an, ab wann ein Wolf als verhaltensauffällig gilt. Gruber regt Änderungen im entsprechenden „Wolfsmanagementplan“ an, denn dieser sehe keine Entnahme von Wölfen vor, wenn Weidetiere ungeschützt auf der Alm sind und angegriffen werden. Er möchte nun prüfen, ob man von Landesseite her die Behördenverfahren beschleunigen könne, die einem Abschuss-Bescheid vorausgehen.

Gebiete definieren, in denen Herdenschutz „unzumutbar“ ist

Kärnten könnte auch Weideschutzgebiete definieren, in denen Herdenschutzmaßnahmen von vornherein als „unzumutbar und unverhältnismäßig“ ausgeschlossen sind. Die Landwirtschaftskammer Kärnten stimmte am Montag in ihrer Vollversammlung über eine Resolution ab, in der genau solche Weideschutzgebiete gefordert werden. Außerdem soll sich die gesetzliche Definition von Problemwölfen primär „an der Häufigkeit von Nutztierrissen orientieren“.

Die Resolution an den Kärntner Landtag wurde einstimmig verabschiedet, hieß es in einer Aussendung. Die Kammer drängt darauf, dass der Gesetzgeber so schnell wie möglich einen entsprechenden Beschluss fasst, der die Voraussetzungen für diese Schutzgebiete schafft. Geht es nach dem Bauernvertretern, soll das Thema bereits in der Landtagssitzung am 22. Juli mittels Dringlichkeitsantrages auf die Tagesordnung kommen.

Auch Südtirols Nachbarn im Norden und Süden wollen nicht länger zuschauen, wie Bären und Wölfe zunehmend Probleme bereiten. Im Bundesland Tirol wie im Trentino soll künftig auch der Abschuss möglich sein. Was Südtirol unternimmt, lesen Sie hier.

stol/apa