<b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR />Vorerst handelt es sich bei dem Projekt um 50 Häuser. Mit kostenlosen Wohnungen versucht die Regionalregierung, Menschen zu einem Umzug in ihre kleinen, vom Bevölkerungsschwund bedrohten Gemeinden zu bewegen. „Kommt nach Kalabrien und lebt in unseren Dörfern für null Euro“, wirbt Regionalpräsident Roberto Occhiuto für die Initiative.<BR /><BR /> Die Immobilien werden allerdings nicht verschenkt. Vielmehr erhalten die ausgewählten Bewerber die Möglichkeit, zehn Jahre lang kostenlos darin zu wohnen. Voraussetzung ist, dass sie ihren dauerhaften Wohnsitz in die Region verlegen und tatsächlich dort leben.<BR /><BR />Bei den Gebäuden handelt es sich um ungenutzte Immobilien im Besitz der teilnehmenden Gemeinden. Viele müssen zunächst umfassend renoviert werden. Die Kosten dafür trägt vollständig die Regionalregierung.<BR /><BR /> Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln des Entwicklungs- und Kohäsionsplans. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Häuser modernen Anforderungen an Sicherheit, Wohnkomfort und Energieeffizienz entsprechen. Die Wohnflächen können bis zu 140 Quadratmeter betragen.<BR /><BR />Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Menschen, die bislang nicht in Kalabrien leben - auch Ausländer können sich bewerben. Besonders berücksichtigt werden sollen junge Paare, Familien und Berufstätige. Die Vergabe erfolgt über öffentliche Auswahlverfahren mit Ranglisten für die einzelnen Immobilien. Die Initiative ist mehr als eine ungewöhnliche Immobilienaktion. Auf der Webseite <a href="https://ripopola.regione.calabria.it/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">https://ripopola.regione.calabria.it/</a> ist genau der Ort und die Eigenschaften der 50 angebotenen Häuser beschrieben.<BR /><BR />Die neuen Bewohner sollen dazu beitragen, Schulen, Geschäfte und lokale Dienstleistungen am Leben zu erhalten und die wirtschaftliche Aktivität in den Gemeinden wieder anzukurbeln. Denn so reizvoll das Leben zwischen zwei Meeren, malerischen Küsten und historischen Bergdörfern auch sein mag: Kalabrien kämpft seit Jahrzehnten mit Abwanderung und Überalterung. <BR /><BR />Vor allem junge Menschen und gut ausgebildete Akademiker verlassen die Region, um im wirtschaftlich stärkeren Norden Italiens oder in Mittel- und Nordeuropa bessere berufliche Perspektiven zu finden. Gleichzeitig sinken die Geburtenzahlen. Immer mehr kleine Gemeinden verlieren Einwohner, Geschäfte schließen, Schulen geraten in Gefahr und historische Ortskerne drohen zu verwaisen.