<b>Von Bernd Posselt</b><BR /><BR />Kommentatoren, die immer noch nicht voll erfasst haben, wie stark die geopolitischen Umwälzungen der letzten Jahre in Europa waren, warnen gerne vor einem Rückfall in den Kalten Krieg. Dabei ist der derzeitige Konflikt mit dem aggressiven russischen Nachbarn auf völlig neuartige Weise aus 3 Elementen zusammengesetzt - dem klassischen „kalten“ Krieg der Breschnew-Ära, dem „heißen“ Krieg, wie ihn Putin entfesselt hat, und einer hypermodernen Variante dessen, was bereits der große russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn vorhersagte: ein 3. Weltkrieg des Terrorismus, der Desinformation, der Subversion, der Propaganda und der Spionage.<BR /><BR /> Aufgrund der Entwicklung der Technik haben inzwischen Desinformation und Propaganda ungeahnte Dimensionen erreicht und ist mit dem Cyberkrieg eine völlig andersartige Form der Auseinandersetzung entstanden.<h3> Massive Manipulation</h3><?Schrift Spationierung="0ru"> Besonders deutlich wurde dies jetzt wieder bei den Präsidentschaftswahlen und dem EU-Referendum in der Republik Moldau. Noch nie gab es in einem europäischen Land eine so massive Manipulation der öffentlichen Meinung und eines Urnenganges. Dies zeigt, was auf diesem Gebiet nicht nur auf fragile europäische Kleinstaaten, sondern vielleicht sogar auf eine Weltmacht wie die USA zukommen kann.<BR /><BR /><?_Schrift> Was nun in dem Land an Dnister und Pruth, das einstmals Bessarabien hieß, tobt, wird für ganz Europa weitreichende Konsequenzen haben. Von Odessa ist es nicht weit nach Moldau, und dort beginnt der Balkan mit 2 Mitgliedstaaten von EU und NATO, Rumänien und Bulgarien, sowie dahinter einem konfliktbeladenen Niemandsland, nämlich mehreren von der EU vernachlässigten Nachfolgestaaten Jugoslawiens.<BR /><BR />Ein französisches Sprichwort sagt, dass etwas schlimmer sein könne als ein Verbrechen, nämlich eine Dummheit. Es war eine erstrangige strategische Dummheit, dass sich die Staats- und Regierungschefs der EU beim jüngsten Brüsseler Gipfel von ein, zwei aktuellen Themen so monopolisieren ließen, dass sie kaum einen Gedanken für die Republik Moldau und den fast genauso gefährdeten Südosten Europas übrig hatten.