Landesrat Achammer zeigt Verständnis für mehr Lohn. Im Bälde lege er einen Vertrag für Überstunden, Zulagen und Außendienste um 6 Mio. Euro vor. Lehrer sollen künftig 2 Gehälter erhalten: eines vom Staat, das zweite vom Land.<BR /><BR />Das Schreiben der Aktionsgemeinschaft zeichnet ein Bild von „Bildung am Abgrund“. Lehrer, die selbst für Lehrmaterial und EDV-Ausstattung sorgen. Lehrer, deren Gehalt weit unter jenem der Nachbarländer liege und denen mit dem Angebot des Landes zum Inflationsausgleich erneut Realeinbußen bei der Kaufkraft zugemutet würden. <h3> Lehrergehälter aller Schulstufen anheben</h3>Gefordert wird ein deutlich höherer Inflationsausgleich, dem mit 21,9 Prozent die Berechnungen des ASTAT zugrunde liegen, und auch Vergütungen für Unterrichts- und Verwaltungsüberstunden. Gefordert wird weiters eine deutliche Anhebung aller Lehrergehälter aller Schulstufen sowie die Zahlung der sog. „Carta del Docente“, sprich eines Bonus von 500 Euro für Weiterbildung und Kultur an alle Lehrkräfte.<h3> Protestmaßnahmen geplant</h3>Das Schreiben endet mit einer Kampfansage. „Bei Nichterfüllung der Forderungen werden zahlreiche Schulen landesweit ab dem kommenden Schuljahr konkrete Protestmaßnahmen ergreifen: Unterrichtsbegleitende Veranstaltungen werden drastisch reduziert, insbesondere keine Ausflüge, Lehrausgänge und Lehrfahrten mehr organisiert.“ Auch die Nutzung privater Ressourcen für schulische Zwecke werde gezielt eingeschränkt.<BR /><BR />Landesrat Philipp Achammer zeigt Verständnis. „Ich unterstütze eine rasche Entwicklung der Lehrer-Gehälter. Wir sind nicht mehr konkurrenzfähig.“ Im Koalitionsprogramm sei eine Aufwertung des Lehrberufes „auch durch eine Erhöhung des Grundgehalts“ verankert.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69153140_quote" /><BR /><BR /> Oberste Priorität habe nun die letzte Rate beim Inflationsausgleich und der Abschluss des neuen bereichsübergreifenden Vertrags. „Dieser ist auch mit den Mitteln für Lehrkräfte dotiert, was in der Vergangenheit oft vergessen wurde“, so Achammer. Im Februar wurde ein Arbeitstisch mit den Gewerkschaften eingesetzt, der den Gesamtvertrag unter die Lupe nimmt. <BR /><BR /> Man kam überein, zuerst Zulagen, Überstunden und Außendienste zu reformieren. Diese wurden seit 2008 nicht mehr angepasst. „Wenn Lehrkräfte 18 Euro brutto für eine Überstunde in der Verwaltung erhalten, während der Handwerker, der das Bad repariert, ein Vielfaches bekommt, hat das auch mit Wertigkeit zu tun“, so Achammer.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69153144_quote" /><BR /><BR />Zudem arbeite man an einer Reform des Gehalts. Derzeit erhalten Lehrkräfte an Schulen staatlicher Art (Grund-, Mittel-, Oberschule) ihr Gehalt vom Staat und vom Land eine Zulage. Negative Begleiterscheinung dieses Zulagen-Mechanismus: Hebe der Staat den Lohn für die Lehrkräfte an, erhalten diese nicht mehr, sondern ein Teil der Landeszulage wird aufgesogen.<BR /><BR />Nun prüfe man die Durchführungsbestimmung zur „Schule zum Land“, die noch unter Landesrat Bruno Hosp von Rom genehmigt worden ist. Achammer schwebt vor, dass Lehrer künftig 2 Gehälter erhalten: „Eines vom Staat, das zweite vom Land“, sagt er. Die Gehaltsstruktur würde vereinfacht, das leidige Problem des Aufsaugens wäre vom Tisch.