Demnach soll die EU, die sich in der Vergangenheit bei ihren Beitrittsregeln wenig flexibel gezeigt habe, nun offen für die Schaffung eines solchen neuen Status sein. Von der kanadischen Botschaft in Brüssel und der EU-Kommission lag zunächst keine Stellungnahme vor. Assoziierungsabkommen für eine engere politische und wirtschaftliche Kooperation ohne Mitgliedschaft hat die EU bereits mit einigen Ländern wie der Ukraine, Georgien und Israel.<BR /><BR />Hintergrund des strategischen Kurswechsels Kanadas ist der eskalierende Handelsstreit mit den USA. Im Zuge dessen haben die USA Zölle auf kanadische Waren im Volumen von mehreren Milliarden Dollar verhängt, worauf Kanada mit entsprechenden Gegenzöllen reagierte. Kanadas Beziehungen zu Washington haben sich seit der Rückkehr von US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus Anfang 2025 aber auch wegen Differenzen in anderen Bereichen deutlich verschlechtert.<BR /><BR />Dem „Wall Street Journal“ zufolge sprechen Kanada und die EU über Wege, den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräften in Bereichen wie Energie, Künstliche Intelligenz (KI), Verteidigung und kritischen Rohstoffen zu ermöglichen. Dies würde praktisch einer Verschiebung der EU-Außengrenze gleichkommen. Zudem gebe es Gespräche über die Verlegung von Unterseekabeln, den gemeinsamen Bau von Rechenzentren, Cloud-Speichern und Satellitennetzwerken sowie über den Aufbau von Infrastruktur für kanadische Energielieferungen in die EU.