Mittwoch, 4. Mai 2022

Karl Zeller: „Stelle mein Amt nicht ruhend“

Karl Zeller stellt seine SVP-Vizeobmannschaft „nicht ruhend, noch suspendiere ich mich selbst.“ Sitzungen der SVP-Leitung bleibe er fern, „wenn ich finde, dass dies die Befriedung stören könnte“. Für SVP-Chef Achammer ist damit das in der Partei beschlossene Gesamtpaket nicht erfüllt. „Ich erwarte mir einen einvernehmlichen Vorschlag, der nicht wieder von heute auf morgen revidiert werden kann.“

SVP-Vizeobmann Karl Zeller macht keinen Schritt zurück. - Foto: © ki

Nach der Abwahl von Thomas Widmann, dem Rücktritt von Gert Lanz und dem gestrigen Rückzug von Christoph Perathoner ringt die SVP um das weitere Vorgehen zu Karl Zeller. Für die neue Burggräfler Bezirksobfrau ist die Angelegenheit bereits erledigt. „Mit der Ausschreibung der Neuwahl im Herbst und Zellers Verzicht auf eine erneute Kandidatur ist die Sache vom Tisch“, sagt Rosmarie Pamer. Zeller komme zudem nicht mehr zu den Sitzungen der Parteileitung und stelle sein Mandat ruhend.

Dem aber ist nicht so. „Davon weiß ich nichts. Ich habe nie gesagt, dass ich mein Amt ruhend lasse“, so Zeller auf Anfrage. Er habe lediglich gesagt, dass er „nicht zu den Parteileitungen gehe, wenn ich finde, dass dies die Befriedung/Aufarbeitung stören könnte, aber ich suspendiere mich nicht selbst“.

Zumindest für Obmann Achammer ist die Sache damit nicht geklärt. „Sonst wäre die Entscheidung am Montag in der Parteileitung auch nicht vertagt, der Landeshauptmann und ich nicht mit einer Aussprache/Anhörung Zellers beauftragt worden“, so Achammer. Formell sei dies der erste Schritt zu einer Suspendierung des Vizeobmanns.

Natürlich wäre dies ein Kraftakt, weshalb eine einvernehmliche Lösung gesucht werde. „In der Parteileitung wurde aber betont, dass ein Gesamtpaket umzusetzen ist“, so Achammer. Diese Woche werde der Termin mit Zeller für die Aussprache festgelegt. „Ich erwarte mir einen konkreten, einvernehmlichen Vorschlag“, so Achammer. „Einen Vorschlag, der nicht von heute auf morgen wieder revidiert werden kann“, betont er.

Die Parteileitung vom Montag war schwach besucht. Die Klarstellung, dass ein Gesamtpaket einzuhalten ist, kam auch von Waltraud Deeg, Siegfried Rinner und Fraktionssprecherin Magdalena Amhof. „In der Fraktion haben einige der Abwahl Widmanns mit Bauchweh nur zugestimmt, weil es die Zusicherung gab, dass man ein Kombipaket umsetzt, bei dem auch Zeller einen Schritt zurück macht – so wie das die anderen 3 Betroffenen getan haben oder mussten“, sagt Amhof.

Alle Berichte zur Abhör-Affäre finden Sie hier.

bv

Kommentare
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Fritz Fritz
4. Mai 2022 05:42
So langsam wird es dem Wählervolk reichen! Den besten Mann den die SVP hat setzt sie vor die Tür! Diese Scheinfreundschaft zwischen Kompatscher und Achammer ist einfach widerlich! Ein Landeshauptmann sollte etwas dickhäutiger sein und nicht die Unbefindlichkeiten die er mit einem Landesrat hat auf dem Rücken der Bürger austragen. Die Aussage von Herrn Lanz gewinnt an Bedeutung: es graust einem so langsam!
Fritz Fritz
4. Mai 2022 05:43
Ach ja, bester Mann der SVP: natürlich Karl Zeller!