„Heuer haben wir eine besondere Situation gehabt: Ostern war spät“, erklärt Bürgermeister Friedrich Mittermair: umso brenzliger die Lage am kaum mehr von Eis bedeckten See. Die Gemeinde, sagt Mittermair, habe alles getan, was in ihrer Macht stehe, um die Menschen auf die Gefahren am Wasser hinzuweisen und vom brüchigen Eis fernzuhalten. „Wir nehmen die Sache sehr ernst.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="760415_image" /></div> <BR /><BR />Die Liste der Maßnahmen, die Mittermair aufzählt, ist tatsächlich lang: Seit Dezember gibt es eine Verordnung, die das Betreten des Rundwanderweges untersagt. Schilder, Absperrungen, Aussprachen mit den Hoteliers, die ihre Gäste für das Thema sensibilisiert haben, – nichts hat genutzt. „Die Leute ignorieren alles und gehen mitten auf den See, um ein Selfie zu machen“, sagt der Bürgermeister. „Sie schieben die Absperrungen beiseite und gehen einfach weiter.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-53904890_quote" /><BR /><BR />Bereits am Samstag hätten die Carabinieri mit Blaulicht die Spaziergänger vom Eis geholt, berichtet Mittermair: „Man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht: Kaum dreht man den Leuten den Rücken zu, sind sie wieder auf dem Eis.“<BR /><BR /><BR /><i>Was sagen Sie?</i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="199565" data-mode="poll"></div></div> <BR /><BR /><BR /><b>Park-Ranger: Mit der Trillerpfeife uneinsichtige Spaziergänger zur Ordnung rufen</b><BR /><BR />Den Seezugang völlig abzusperren, sei unmöglich, sagt der Bürgermeister: „Der Uferbereich umfasst 2 oder 3 Kilometer. Es gibt immer eine Möglichkeit, dass Leute auf den See gelangen, wenn sie es wollen.“ Warnschilder und alles andere würden ja „absolut ignoriert“, wie er sagt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="760418_image" /></div> <BR /><BR />Eine Lösung sieht Mittermair dennoch: Er plädiert dafür, Ranger zu engagieren. „An Tagen, an denen es besonders viel Bewegung gibt, könnten sie Informationen geben, Leute warnen und mit der Trillerpfeife zur Ordnung rufen.“ Mittermairs Appell geht in Richtung des Amtes für Naturparke, das diese Ranger einstellen solle: „Bei diesen Massen wäre es das Beste, an den Hotspots solche Kontrollorgane einzusetzen.“ Einen freiwilligen Ordnungsdienst – etwa der Feuerwehr – will Mittermair nicht: „Am Osterwochenende Touristen verscheuchen? Dafür ist die Freiwillige Feuerwehr nicht da.“ <BR /><BR />„Natürlich ist mir bewusst, dass man nun einen Verantwortlichen sucht“, sagt der Bürgermeister: „Aber das sind die Leute, die sich dort bewegen. Gegen ihre Unverantwortlichkeit kann man nichts ausrichten.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-53904894_quote" /><BR /><BR />Ins selbe Horn stößt auch der Präsident des Naturparks Fanes-Sennes-Prags, Marco Pizzinini: „Dass Menschen bei solchen Verhältnissen auf den See spazieren – da kann man wirklich nur mehr den Kopf schütteln.“ Es sei eine Zumutung für die Rettungskräfte, die die Eingebrochenen aus dem Wasser fischen mussten, <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/drama-am-pragser-wildsee-patient-mit-beinen-umklammert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">„dass sie sich einem solchen Risiko aussetzen mussten.“</a><BR /><BR />Ob Naturpark-Ranger mit einer Art Polizeidienst beauftragt werden könnten, daran zweifelt Pizzinini. „Aber wir werden das Thema in der nächsten Sitzung von Gemeinde und Naturparkausschuss besprechen und nach einer Lösung suchen.“<BR /><BR />Die sicherste Methode, um zu verhindern, dass unverantwortliche Selfie-Jäger im Pragser Wildsee einbrechen, sei der Lockdown gewesen, fügt Bürgermeister Friedrich Mittermair etwas zynisch hinzu: „Da war 2 Jahre Ruhe.“<BR /><BR /><i>Ein Video eines der Rettungseinsätze vom Wochenende sehen Sie hier: <BR /></i><BR /> <video-jw video-id="7hB2sSr7"></video-jw>