Weitere Ressourcen wären notwendig – dies ergab eine Umfrage unter den Direktoren. Die Zahlen geben zu denken: In einer Südtiroler Grundschule ist – mit Blick auf alle 5 Klassen – nicht ein einziges einheimisches Kind zu finden.<BR /><BR />Die Ressourcen reichen auch deshalb nicht, weil neben den Kindern mit Migrationshintergrund auch Kinder rein italienischsprachiger Eltern, die (fast) kein Deutsch sprechen, an den deutschen Schulen eingeschrieben werden und Bedarf an Förderung und Unterstützung haben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1099266_image" /></div> <h3> Bei 21 Kindern spricht nur ein einziger Vater Deutsch</h3>Die Grundschule Franzensfeste zählt derzeit 21 Kinder in 5 Klassen – darunter ist kein einziges einheimisches Kind, berichtet die Direktorin des zuständigen Grundschulsprengels Vahrn, Annamaria Mayr. „Nur der Vater <Kursiv>eines </Kursiv>der 21 Kinder spricht als Erstsprache Deutsch, alle anderen Eltern sprechen mit den Kindern zu Hause andere Sprachen.“ Das Lehrerinnen-Team sei super engagiert und wachse über sich hinaus, ein umfangreiches Mehrsprachigkeitskonzept sei ausgearbeitet worden. „Natürlich wäre uns mit mehr Personal geholfen, aber wir schauen, das Beste zu machen“, berichtet Mayr. <BR /><h3> Mehr Personal und mehr Geld wären hilfreich</h3>Hoch ist auch der Anteil der Kinder ohne italienische Staatsbürgerschaft in der Grundschule Blumau (50 Prozent). Laut Direktor Ivan Stuppner sind landauf landab sehr viele Sprachförderstellen und -Stunden ausgeschrieben worden – „aber nur ein Bruchteil konnte besetzt werden“, weil es so wenig Personal gebe. In Blumau hätten Klassenlehrer vor Ort die Sprachförderung übernommen. Schon vor Jahren habe man ein Projekt zur Sprachförderung und zum sprachsensiblen Unterricht mit der Uni Bozen-Brixen initiiert. Mehr Sprachförderstunden wären zu begrüßen, damit könnte man Teamunterricht organisieren und Klassen je nach Sprachniveau splitten und gezielter arbeiten, meint Stuppner. Würde man der Schule mehr Geld zur Verfügung stellen, so könnten damit auch weitere Lernmaterialien für den Sprachförderunterricht angekauft werden. Einiges werde bereits angekauft, „aber das könnte man noch forcieren“, meint Stuppner.<h3> Lehrer sollten weniger Stunden leisten müssen</h3>Die Direktorin einer Schule in Bozen, die namentlich nicht genannt werden will, meint: „Es braucht mehr Ressourcen an Personal und Material und auch mehr zeitliche Ressourcen. Wir brauchen sehr engagierte Lehrpersonen, die bereit sind, sich richtig hineinzuknien.“ Und notwendig sei auch Wertschätzung – über die Entlohnung. Die Klassenlehrer sollten vermehrt ausgebildet werden im sprachsensiblen Unterricht und außerhalb des Unterrichts begleitet werden von Fachleuten. Weil die Ansprüche an die Lehrer sehr hoch seien, sollten diese Lehrer weniger Stunden leisten müssen – aber bei gleichem Gehalt, fordert die Direktorin.<h3> Schnelle Lösungen gibt es nicht</h3>Auch Birgit Eschgfäller, Direktorin des Schulsprengels Meran Stadt, würde mehr Ressourcen begrüßen: „Wir erhalten bereits mehr DaZ-Stellen als andere, doch weitere Stellen könnten die komplexe Situation erleichtern. Entscheidend sind jedoch ihr gezielter Einsatz und die Entwicklung wirksamer Unterrichtsmodelle. Schnelle Lösungen gibt es nicht, Bildung bleibt ein ständiger gemeinsamer Prozess – wenn wir das anerkennen, sind wir auf dem richtigen Weg.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1099269_image" /></div> <h3> 40 Prozent deutschsprachige Schüler als Minimum</h3>Liselotte Niederkofler, Direktorin des Schulsprengels Bozen/ Gries, meint: „Es braucht eine ausgewogene sprachliche Zusammensetzung der Schülerschaft, das heißt mindestens 40 Prozent deutschsprachige Schüler, damit eine sprachliche und soziale Integration gelingen kann und Lehrpersonen sich im Unterricht nicht überfordert fühlen.“ Notwendig wären auch Sprachstandserhebungen vor Schuleintritt, „damit gezielt gefördert werden kann“. Dabei sollte nicht zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden werden, sondern zwischen jenen, die über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, um dem Unterricht in deutscher Sprache folgen zu können, und jenen, die dies nicht können. <h3> 150 Stellen landesweit für Sprachförderlehrkräfte</h3>Laut Christian Walcher, als Schulinspektor zuständig für die Migration, werden in Südtirol landesweit 150 Stellen für speziell ausgebildete Sprachförderlehrkräfte vergeben – da gebe es eine eigene Wettbewerbsklasse. Diese Sprachförderlehrkräfte führen an den Schulen Sprachförderkurse durch: Dabei würden oft Kinder aus verschiedenen Klassen zusammengenommen – für 4 bis 10 Stunden die Woche, je nach Sprachförderbedarf