Nachdem am Montag die Zinsen für fünfjährige italienische Staatsanleihen auf das Rekordhoch von 6,29 Prozent geklettert sind, stieg am Dienstag die Rendite für die zehnjährigen Staatsanleihen zuerst auf 6,8 Prozent und dann auf 7,03 Prozent. An den Finanzmärkten gilt das als psychologisch heikle Grenze: Griechenland, Portugal und Irland mussten unter den EU-Rettungsschirm flüchten, als sie ihre Staatsanleihen nur mehr für Renditen von über sieben Prozent verkaufen konnten.Die italienische Wirtschaft gilt zwar als robuster als jene von Griechenland, Portugal und Irland, der Monti-Effekt auf die Märkte ist aber ausgeblieben.Zu groß ist offensichtlich das Misstrauen gegenüber dem hochverschuldeten italienischen Staat.Die Probleme von Mario Monti bei der Kabinettsbildung führten zu neuem Pessimismus hinsichtlich der Lösung der Schuldenkrise im Euroraum.Die Investoren haben weiterhin Sorge, dass die Refinanzierungskosten für das Land zu hoch werden könnten. Viele Fonds verzichten derzeit auf hohe Renditen italienischer Staatspapiere, das mittelfristige Risiko eines Zahlungsausfalls scheint ihnen zu hoch. Zinskosten könnten Wachstum hemmenDoch sollten die Investoren nicht in den kommenden Monaten mehr Vertrauen in Italien fassen, könnten die hohen Zinskosten das Land teuer zu stehen kommen und das Wachstum nachhaltig ausbremsen. Nach Berechnungen der EU-Kommission erhöht ein Zinsanstieg um einen Prozentpunkt die Staatsausgaben in Italien um 0,2 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das sind mehrere Milliarden Euro, die der Staat zahlen muss. rb