Die erste freiheitliche Eingabe war vom Oberlandesgericht Trient gestoppt worden. Minderheitenliste oder nicht?Ist eine Minderheitenliste auch dann noch eine solche, wenn darauf auch ein Italiener antritt? Diese Frage wollten die Freiheitlichen mit ihrem Rekurs in Trient geklärt wissen. Stein des Anstoßes ist die SVP-Kammerliste, auf der Mauro Ottobre vom Trentiner PATT antritt.Relevant ist dies, weil Minderheitenlisten an der Sitzverteilung im Parlament teilnehmen, sofern sie in ihrer Region 20 Prozent der Stimmen erreichen. Der blaue Rekurs gegen die SVP-Liste wurde jedoch von der regionalen Wahlbehörde am Oberlandesgericht nicht angenommen. Zumal sich dieses nur mit formalen Ordnungsmäßigkeiten wie Listenzeichen, Fristen, Alter der Kandidaten, Unterschriften beschäftigt, erklärte es sich Trient für „nicht zuständig“.Die Freiheitlichen kündigten einen weiteren Rekurs an – und zwar bei der zentralen Wahlbehörde an der Kassation. „Und zwar nicht aus Jux oder weil wir der SVP schaden wollen“, so Obfrau Ulli Mair.Setze sich nämlich die Linie der SVP durch, so sei „Gaunereien“ um Listen, die sich als Minderheitenlisten ausgeben, „Tür und Tor geöffnet“. Für Pius Leitner laufe die SVP Gefahr, in „die Grube zu fallen, die sie selbst für andere gegraben“ habe. Die SVP habe oft versprochen, sich in Rom für ein anderes Wahlgesetz einzusetzen. Geblieben sei aber die „undemokratische 20-Prozent-Hürde, die nur die SVP dank ihrer Packteleien“ überspringe.Bis zum Abend haben die Freiheitlichen ihre Meinung zum weiteren Vorgehen aber geändert. Obfrau Ulli Mair ließ wissen, dass man heute nun doch nicht den Weg eines neuen Rekurses in Rom gehen werde. Zumal sich die Wahlbehörde auch dort nicht mit meritorischen Dingen befasse, „würden wir dort wohl nur die gleiche Antwort bekommen wie in Trient“, so Mair.Stattdessen werde man einen anderen Weg gehen. „Näheres dazu nächste Woche“, macht es Mair spannend.D/bv_______________________________Warum der Rekurs der Freiheitlichen in den Augen von SVP-Jurist Karl Zeller auch in Rom keine Chance gehabt hätte, lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe der "Dolomiten"