Am Montag wurden zwei italienische Seeleute unter verpflichtende Quarantäne gestellt: ein 24-Jähriger aus Torre del Greco bei Neapel sowie ein 25-Jähriger aus Kalabrien. Beide befanden sich unter den vier italienischen Passagieren eines KLM-Flugs, auf dem sich kurzzeitig auch eine Frau aus Südafrika aufgehalten hatte, die später an Hantavirus starb. Die beiden weiteren Kontaktpersonen sind eine 37-Jährige aus Florenz, deren Beobachtungszeit am 8. Juni endet, sowie ein 50-jähriger südafrikanischer Arzt, der sich in Venetien in Isolation befindet. Alle vier gelten bislang als asymptomatisch.<BR /><BR />Das Rundschreiben des Ministeriums enthält Vorgaben zu Kontaktverfolgung, aktiver Überwachung und möglichen Vorsichtsisolationen. Für Hochrisikokontakte ist eine sechswöchige Quarantäne mit täglicher Kontrolle vorgesehen. Zudem sollen die Kontrollen auf Schiffen und an Flughäfen verstärkt werden. Das Ministerium betonte dabei die wichtige Rolle der Gesundheitsämter für Schifffahrt, Luftfahrt und Grenzkontrollen (Usmaf). „Derzeit gibt es in Italien keinerlei Gefahr“, sagte Schillaci dem Sender Tg1. Das Virus unterscheide sich deutlich von Covid-19 und sei nur wenig ansteckend. Die Testergebnisse der vier überwachten Personen liegen noch nicht vor.<BR /><BR />Der Bürgermeister von Torre del Greco, Luigi Mennella, ordnete für den betroffenen Seemann eine 45-tägige Isolation an. Der Mann muss in einem Einzelzimmer mit eigenem Bad bleiben, regelmäßig seine Temperatur kontrollieren und in Anwesenheit anderer Personen eine FFP2-Maske tragen. Dieselben Auflagen verhängte die Bürgermeisterin von Villa San Giovanni, Giusy Caminiti, gegen den zweiten Seemann. In Padua wurden Blutproben des südafrikanischen Arztes entnommen und zur Untersuchung an das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Istituto Spallanzani in Rom geschickt. Der Mann gilt als Kontaktperson mit niedrigem Risiko.<BR /><BR />Der Präsident des italienischen Pharmaverbands Farmindustria, Marcello Cattani, erklärte, die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Hantavirus sei grundsätzlich möglich. Man gehe jedoch davon aus, dass der aktuelle Ausbruch weder zu einer Epidemie noch zu einer Pandemie werde.<BR />Kritik kam aus der Opposition. Der PD-Abgeordnete Piero De Luca warf Außenminister Antonio Tajani Widersprüche in der Gesundheitspolitik vor. Auch Alessio D'Amato von der Partei Azione kritisierte das Gesundheitsministerium. Dass erst jetzt ein Rundschreiben zur Erhöhung der Aufmerksamkeit in Häfen und Flughäfen verschickt werde, zeige Versäumnisse. „Covid hat uns offenbar nichts gelehrt“, sagte er.