„Die überarbeitete Tarifregelung, die im Jänner auf den Weg gebracht wurde, wird ausgesetzt“, kündigt Landesrat <b>Philipp Achammer</b> an. Zufrieden darüber äußern sich die Sprecherin der Allianz für Familie, <b>Christa Ladurner</b> und Bozens Schulstadträtin <b>Johanna Ramoser</b>. <BR /><BR />Die geplante deutliche Erhöhung der Kindergartentarife für die Verlängerung des Kindergartens am Nachmittag hatte vor allem in der Landeshauptstadt für große Aufregung gesorgt. Bürgermeister Claudio Corrarati und Schulstadträtin Ramoser wurden deshalb bei Landeshauptmann Arno Kompatscher vorstellig und setzten sich dafür ein, dass die bestehende Regelung in Kraft bleibt. „In Bozen haben 500 von 2300 Kindergartenkindern eine verlängerte Kindergartenzeit am Nachmittag“, berichtet Ramoser. <h3> 4 Euro bis 5 Euro pro verlängertem Nachmittag</h3>Das Land legt bei den Kindergartentarifen den Rahmen fest – und innerhalb dieses Rahmens kann sich eine Gemeinde bewegen. „Wir hatten lediglich den Spielraum, 4 Euro oder 5 Euro pro verlängerten Nachmittag festzulegen“, sagt Ramoser. „Das wäre für Eltern sehr teuer geworden – gerade wenn eine Familie beispielsweise zwei Kinder hat.“ Für ein Kindergartenkind, das fünf Mal die Woche während der verlängerten Zeit am Nachmittag im Kindergarten bleibt – also bis 17 Uhr statt nur bis 14.30 Uhr – wären somit über die „normalen Kindergartengebühren“ noch weitere 20 Euro pro Woche zu berappen gewesen. Und das sind dann 80 Euro pro Monat – satte 720 Euro pro Jahr. Achammer hatte die Erhöhung verteidigt – und im März erklärt, 160 Euro für fünf Tage pro Woche bis 17 Uhr mit warmem Essen und zwei Jausen seien „nach wie vor sehr mäßig“. Und nicht zuletzt sei damit auch eine gewisse Verbindlichkeit verbunden, die Kinder regelmäßig zu bringen. <BR /><BR />Am Freitag betonte der Landesrat nun, dass die Gemeinden „schon bis jetzt etwas hätten tun können – für Familien mit niedrigen Einkommen und Familien in prekären Situationen“. Wegen der Proteste kehre man nun aber „zum alten Tarif zurück“. Nächste Woche werde der offizielle Beschluss der Landesregierung folgen. Das bedeutet: „Die überarbeitete Tarifregelung wird ausgesetzt im Hinblick auf eine Überarbeitung“, kündigt Achammer an. „Das heißt: Wir kehren zur ursprünglichen Tarifregelung des derzeit laufenden Kindergartenjahres im Hinblick auf 2026/27 zurück: maximal 81 Euro pro Monat für den Kindergarten-Normalbetrieb – und bis zu 106 Euro für das verlängerte Angebot. Gemeinsam mit dem Rat der Gemeinden wollen wir die Tarifregelung überarbeiten. Eine Überarbeitung wird es aber auf jeden Fall geben“, verspricht Achammer. „Wir werden den entsprechenden Beschluss des Stadtrats annullieren“, kündigt Ramoser nun an. <h3> Allianz für Familie zufrieden: „Wichtiges Signal“</h3>Die Niedrighaltung der Tarife ist ein wichtiges Signal, lobt Christa Ladurner. „Ich appelliere an die Gemeinden, die Kosten für die Familien niedrig zu halten, weil ohnehin viele Familien zurzeit in einer finanziellen Schieflage sind und die Preise steigen. Sommerprojekte, Kita-Gebühren, steigende Gebühren bei Elektrizität, Gasversorgung und Heizung – das alles summiert sich. Gerade Familien mit mehreren Kindern geraten in größere Nöte.“ <h3> Auch Gemeindenverbandschef ist einverstanden</h3>„Familienfreundlichere Tarife sind für uns okay“, meint auch Gemeindenchef Dominik Oberstaller. Wichtig sei es, den Nachmittagskindergarten weiter auszubauen. „Den Gemeinden entstehen durch die Ausweitung des Kindergartens keine Kosten“, erklärt Oberstaller. Man hätte nun etwas mehr Einnahmen gehabt – aber in einem vernachlässigbaren Bereich.