Dienstag, 31. Juli 2018

Keine Müllverwertungsanlage in Kurtatsch

Auf das negative Gutachten des Amtes für Umweltverträglichkeitsprüfung folgt nun die offizielle Ablehnung der Südtiroler Landesregierung: Eco-Energy darf seine Müllverbrennungsanlage nicht verwirklichen.

Kurtatsch bekommt keine Müllverwertungsanlage.
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Kurtatsch bekommt keine Müllverwertungsanlage. - Foto: © shutterstock

Mit der Ablehnung des geplanten Eco-Energy-Projektes  vonseiten der Landesregierung ist es nun definitiv: Südtirol will und braucht keine zweite Müllverwertungsanlage. Landesrat Richard Theiner hatte sich von Anfang an gegen das Projekt ausgesprochen. Es stünde in großem Widerspruch zum Abfallbewirtschaftungsplan und zur Klimastrategie des Landes. Im Unterland, aber ebenso im Überetsch erhitzten die Pläne von Eco-Energy seit Monaten die Gemüter der Bevölkerung.

Vor allem die Kurtatscher, ihre politischen Verantwortungsträger, sowie die Bezirksgemeinschaft Unterland/Überetsch und die Bürger der umliegenden Gemeinden wehrten sich vehement gegen die Verwirklichung der Müllverwertungsanlage.

Insgesamt wurden 13 Rekurse eingereicht. Über 4000 Bürger hatten gegen das Projekt unterschrieben. „Immer wieder und bei jeder Gelegenheit haben wir unsere Bedenken und Sorgen angebracht. Wir sind erleichtert, dass das Projekt endlich vom Tisch ist", sagt Oswald Schiefer. Die letzte Hürde sei jetzt genommen, indem sich die Landesregierung hinter die Bevölkerung stellte und sich klar und deutlich gegen das Großprojekt entschieden hat.

Bei der von der Firma PA Holding geplanten Anlage handelt sich um ein Abfallverarbeitungskonzept, welches bisher vorwiegend in Japan zur Anwendung kommt. Das Projekt sah eine Verarbeitungskapazität von jährlich 95.000 Tonnen nicht gefährlicher Sonderabfälle vor.

Das war der Projektplan 

Dagegen fielen gemäß der Analyse des Amtes für Abfallwirtschaft der Landesagentur für Umwelt im Jahre 2016 in Südtirol lediglich zirka 40.000 Tonnen und im Jahre 2017 zirka 30.000 Tonnen dieses Abfalltyps an. Davon verarbeitet bereits die Abfallverwertungsanlage in Bozen zwischen 23.000 und 28.000 Tonnen dieses Abfalls.

Insofern besteht für das Land keine Notwendigkeitkeit, eine weitere solche Anlage im Land mit den damit verbundenen Kritizitäten zu genehmigen. Bei einer Anlagenkapazität von 95.000 Tonnen im Jahr hätte nur ein Bruchteil des dort zu verarbeitenden Abfalls seinen Ursprung in Südtirol. Damit würde das Prinzip der EU-Richtlinie missachtet, demzufolge Abfälle in der Nähe des Ortes ihrer Entstehung entsorgt oder behandelt werden müssen. 

stol

 

stol