Mittwoch, 27. Februar 2019

Keine Sperre der Dolomitenpässe: „Gute Nacht, schöne Gegend“

DolomitesVives ist Vergangenheit: In diesem Jahr wird es auf dem Sellajoch keine Aktionen geben, mit denen das Verkehrsaufkommen begrenzt wird und die in den Bergen Erholung Suchenden auf den öffentlichen Nahverkehr umgeleitet werden. Die Grünen sind empört.

Ein Bild aus ruhigeren Zeiten von DolomitenVives. - Foto: DolomitesVives
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Ein Bild aus ruhigeren Zeiten von DolomitenVives. - Foto: DolomitesVives

Der Grund für das Aus: Im Trentino wurde die gesamte politische Landschaft umgekrempelt, und auch in Südtirol hat es große Veränderungen gegeben; neue Landesräte sind für Umwelt und Mobilität zuständig, und auch an der Spitzen auf Beamtenebene gab es Rochaden. Die Neuen müssen sich erst einarbeiten, und bis zum Sommer reicht die Zeit nicht mehr, um ein Programm auf die Beine zu stellen.

Dass der Verkehr auf den Dolomiten-Pässen aber in Zukunft reduziert werden muss, ist für den Wolkensteiner Bürgermeister Roland Demetz klar: „Wir müssen anfangen zu agieren.“ Die Gemeinde wird daher im Sommer Kontrollen durchführen gegen das wilde Parken. Das will Demetz auch deshalb bekämpfen, weil die Besitzer des Hotels „Sellajoch“ ein Projekt für die Erweiterung des Parkplatzes eingereicht haben; noch mehr Autos als nach der Fertigstellung dieses Parkplatzes sollten aber nicht am Pass abgestellt werden.

Motorräder sind ein großes Problem

Vor allem die Motorräder seien ein großes Problem, sagt Demetz: Viele Biker fahren viel zu schnell und erzeugen dadurch großen Lärm. „Es wird jedes Jahr schlimmer“, sagt Demetz. Deshalb müsse allgemein bekannt werden, dass Radarkontrollen gemacht werden.

Andere Möglichkeiten sieht Demetz nicht: „Leider sind Speed-Check-Boxen nur innerhalb von Ortschaften erlaubt. Ein Tutor wäre eine tolle Sache, es gibt aber rechtliche Probleme: Der Datenschutz ist ein großes Problem bei der Überwachung des Verkehrs mit Kameras.“ Dabei würde eine solche Abschnittskontrolle gar nicht so viel kosten: Demetz geht von 400.000 Euro aus.

Grüne werden Landesregierung befragen

Die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba und Hanspeter Staffler sind über die Abschaffung von DolomitenVives bestürzt:

Mit dem Projekt DolomitesVives hatte man sehr schüchtern und zaghaft einen ersten Ansatz gewagt, um über den Verkehrsfluss über die Dolomitenpässe zumindest einmal nachzudenken, um erste Schritte zur Befreiung vom Verkehr zu machen. Es konnten erste Bilanzen gezogen werden, und man konnte sich auch schon einmal vorstellen, wie es sein könnte, ohne Verkehr, in der Bergwelt der Dolomiten. Nun soll der Verkehr wieder ungehindert fließen. Im Trentino hat die dortige Landesregierung ebenfalls angekündigt, mit der Totalöffnung der Pässe ‚endlich‘ wieder Gas zu geben – im wörtlichsten Sinne.

Wir fordern die Landesregierung auf, schnellstens Maßnahmen zu einer weitergehenderen Verkehrsbefreiung auf den Dolomitenpässen zu setzen – anstatt sich womöglich in die entgegengesetzte Richtung zu entwickeln.

stol

stol