Freitag, 20. Juli 2018

Kern in Südtirol: „Südtirol ist ein besonderes Thema“

Landeshauptmann Arno Kompatscher empfing den österreichischen Nationalratsabgeordneten und ehemaligen Bundeskanzler Christian Kern am heutigen Freitag zu einem persönlichen Gespräch in Bozen.

Landeshauptmann Arno Kompatscher im Gespräch mit dem ehemaligen Bundeskanzler und Nationalratsabgeordneten Christian Kern. - Foto: LPA/mac
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Landeshauptmann Arno Kompatscher im Gespräch mit dem ehemaligen Bundeskanzler und Nationalratsabgeordneten Christian Kern. - Foto: LPA/mac

Neben einer allgemeinen Betrachtung der Lage in Europa sowie den Herausforderungen durch die weltweiten Migrationsströme, stand das Thema der Südtiroler Autonomie und deren Entwicklung im Mittelpunkt. So berichtete Landeshauptmann Arno Kompatscher beispielsweise über die jüngsten Erfolge beim Ausbau der Südtiroler Finanzautonomie. "An diesem Erfolg ist abzulesen, wie konkret sich die Schutzfunktion Österreichs in handfeste Vorteile für unsere Bürgerinnen und Bürger ummünzen lässt", unterstrich der Landeshauptmann.

Christian Kern hob hervor, dass der Schutz der Interessen Südtirols im österreichischen Parlament in allen politischen Lagern ernst genommen werde und zeigte sich erfreut über die erreichten Erfolge. "Mit den Briefwechseln Renzi-Faymann und Gentiloni-Kern ist es gelungen, eine völkerrechtlich gesicherte Grundlage für die Weiterentwicklung der Autonomie zu verankern", freute sich Landeshauptmann Kompatscher. Er dankte dem ehemaligen Bundeskanzler für dessen persönlichen Einsatz für dieses Ergebnis. Kompatscher hob dabei auch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) hervor. Das BMEIA unterstand während der Regierung Kern dem damaligen Außenminister und heutigem Bundeskanzler, Sebastian Kurz.

Bezüglich der doppelten Staatsbürgerschaft erinnerte der Landeshauptmann daran, dass es für Südtirol wichtig sei, dass dieses Vorhaben in einem europäischen Geist gestaltet werde. Die doppelte Staatsbürgerschaft sei ein großzügiges symbolisches Zeichen und eine Möglichkeit einer persönlichen Verbundenheit mit der Republik Österreich Ausdruck zu verleihen. Die Schutzfunktion bliebe dadurch aber unverändert, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Zeit der Populisten ist begrenzt

"Die Zeit der Populisten ist begrenzt, denn mit Slogans erreicht man nichts. Stattdessen braucht es Ausgleich und reale Lösungen", so Christian Kern. "Wenn sich 3 Populisten treffen, scheint alles perfekt, sobald sie aber nach Hause zurückkehren fällt alles zusammen, weil jeder nur an seine Nation denkt", so der SPÖ-Chef. Auch Salvini müsse erkennen, "dass man Probleme nicht mit Fingerschnippen löst". "Die Beziehungen zwischen Wien und Rom sind hervorragend und sollen auch so bleiben", fuhr Kern fort.

lpa/ansa/stol

stol