Dienstag, 26. Februar 2019

Kim vor Gipfel mit Trump in Hanoi eingetroffen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zu seinem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Hanoi eingetroffen. Im Mittelpunkt des zweiten Treffens der beiden Staatsmänner stehen am Mittwoch und Donnerstag in der vietnamesischen Hauptstadt die Bemühungen um eine atomare Abrüstung Nordkoreas und mögliche Gegenleistungen der USA.

Der Konvoi mit Kim auf den Straßen von Hanoi. - Foto: APA (AFP)
Der Konvoi mit Kim auf den Straßen von Hanoi. - Foto: APA (AFP)

Nach einer Reise über 4500 Kilometer in seinem Sonderzug stieg Kim Dienstagfrüh in der Stadt Dong Dang an der Grenze zwischen Vietnam und China ins Auto um und fuhr weiter nach Hanoi. Zweieinhalb Stunden nach der Ankunft in der Grenzstadt traf der Autokonvoi am Melia Hotel in der Hauptstadt sein, wo ein starkes Aufgebot von Sicherheitskräften die Straßen abriegelte.

Trump war am Montag aus Washington aufgebrochen. Nach einem Tankstopp auf der britischen Luftwaffenbasis Mildenhall wurde er am Dienstagabend in Hanoi erwartet. Am Mittwoch wollte Trump zunächst den Präsidenten und den Ministerpräsidenten des Gastgeberlandes Vietnam treffen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte, Trumps erstes Treffen mit Kim sei für Mittwochabend geplant.

Einzelgespräch zur Begrüßung 

Zunächst sei ein kurzes Einzelgespräch Trumps und Kims zur Begrüßung vorgesehen, sagte Sanders. Dann wollten die beiden Staatsmänner zum Abendessen zusammenkommen. Trump werde dabei von Außenminister Mike Pompeo und seinem amtierenden Stabschef Mick Mulvaney begleitet. Am Donnerstag sind weitere Treffen geplant.

Bei der Ankunft an Vietnams Grenze wurden Kim und seine Delegation am Bahnhof von dem mächtigen vietnamesischen Propaganda-Chef und Politbüromitglied Von Van-thuong empfangen. Freundlich winkte Kim in die Kameras und bestieg seine verlängerte Mercedes-Limousine. Zwölf großgewachsene nordkoreanische Leibwächter liefen zunächst neben dem Wagen, als er anrollte, und sprangen dann in dahinter fahrende Jeeps.

In Kims Begleitung waren seine einflussreiche Schwester Kim Yo-jong, die praktisch als seine Stabschefin fungiert, und sein oberster Unterhändler in der Verhandlungen mit den USA, der berüchtigte frühere Geheimdienstchef Kim Yong-chol.

Gipfel führe laut Trump zu etwas „sehr Gutem”

Vor seiner Abreise dämpfte Trump die Erwartungen an einen Durchbruch bei dem Gipfel. „Was passieren wird? Ich kann es Ihnen nicht sagen”, sagte Trump am Sonntag vor US-Gouverneuren. Er gehe davon aus, dass der Gipfel „zu etwas sehr Gutem führen” werde, vielleicht werde das aber auch nicht der Fall sein. Er betonte die „sehr, sehr gute Beziehung”, die er zu Kim entwickelt habe. „Wir werden sehen, was das bedeutet. Aber er hatte noch nie eine Beziehung zu irgendwem aus diesem Land, und er hatte nirgendwo viele Beziehungen.”

Trump sagte erneut, bei der atomaren Abrüstung Nordkoreas dränge die Zeit nicht, solange Kim auf Raketen- und Atomwaffentests verzichte. „Ich bin nicht in Eile”, sagte er. „Solange es keine Tests gibt, sind wir glücklich.” Trump betonte, die USA hätten Nordkorea bisher keine Zugeständnisse gemacht. „Wir haben nichts aufgegeben.” Die Sanktionen gegen Nordkorea seien weiter in Kraft. Auf Twitter schrieb Trump am Montag, er freue sich auf einen „sehr produktiven Gipfel”.

apa/dpa

stol