Mittwoch, 11. Oktober 2017

Kinder- und Jugendanwaltschaft: „Geflüchtete Kinder haben Rechte“

Die Kinder- und Jugendanwältin Paula Maria Ladstätter hat am Mittwoch eine anlässlich des Todes des geflüchteten 13-jährigen Adan H. abgegeben.

Paula Maria Ladstätter plädiert für eine würdige Behandlung von Minderjährigen.
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Paula Maria Ladstätter plädiert für eine würdige Behandlung von Minderjährigen.

„Der geflüchtete junge Adan H. starb mit 13 Jahren. Kinder und Jugendliche haben Rechte, unter anderem ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, alle Kinder, auch Adan. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtekonvention von 1989 verankert und wurden 2006 auch in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung festgeschrieben“, schreibt Südtirols Kinder- und Jugendanwältin.

Artikel 2 der UN-Kinderrechtskonvention sehe ausdrücklich vor, dass die Kinderrechte für alle Kinder und Jugendliche gleichwertig seien, also unabhängig von ihrer nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, unabhängig von Behinderung oder einem sonstigen Status des Kindes und seiner Eltern. Diskriminierung sei verboten. Außerdem stehe in den Kinderrechten, dass Kinder für das, was Eltern machen, nicht bestraft oder diskriminiert werden dürften, so Paula Maria Ladstätter.

Ladstätter: „Kindeswohl steht an erster Stelle“

„Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention sagt außerdem, dass bei allen Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche betreffen – auch Flüchtlingskinder mit und ohne Beeinträchtigung sind damit gemeint ­das Kindeswohl an erster Stelle steht: unabhängig von den Rechten der Erwachsenen“, hält Ladstätter fest.

Artikel 23 der UN-Kinderrechtskonvention beschreibe außerdem das Recht geistig oder körperlich behinderter Kinder und Jugendlicher auf ein erfülltes und menschenwürdiges Leben, das ihre Würde wahrt, ihre Selbständigkeit fördert und ihre aktive Teilnahme am öffentlichen Leben erleichtert. Eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung wirke sich für die betroffenen Kinder und Jugendlichen als eine Belastung aus, die besondere Hilfe erfordere.

Artikel 22 sage schließlich, dass Kinder und Jugendliche vom Staat Schutz erhalten müssten, unabhängig davon, ob sie alleine oder in Begleitung ihrer Eltern gekommen seien, hält die Kinder- und Jugendanwältin fest.

Ladstätter: „Schuldzuweisungen sind fehl am Platz“

„Derzeit wird die Verantwortung für das Ableben des irakischen Jungen hin- und hergeschoben. Die Schuldzuweisungen sind zu spät und fehl am Platz. Es gilt endlich zu handeln und Menschen – in erster Linie Minderjährige – würdig zu behandeln und unterzubringen. Südtirol kann das, es muss es nur wollen“, schließt Paula Maria Ladstätter.

lpa/stol

stol