Montag, 14. September 2015

Kinder wollen nicht weniger Hausaufgaben, sondern ...

Kinder hassen Hausaufgaben - möchte man meinen. Doch nein. Sie möchten nur mehr Zeit, um sie zu machen. Und diese Zeit soll nicht von ihrer Freizeit abgeknöpft werden. Der erste Kinderlandtag zeigt, dass durchaus realistische und visionäre Vorschläge kommen, wenn man die Kleinen nach ihrer Meinung fragt.

Was Kinder wollen, hat der erste Kinderlandtag gezeigt.
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Was Kinder wollen, hat der erste Kinderlandtag gezeigt. - Foto: © shutterstock

Mehr Freiräume für Kinder, mehr Zeit für Hausaufgaben, ein späterer Beginn des Schultags, mehr öffentliche Verkehrsmittel, mehr Mitsprache und lesbare Gesetze: Es ist eine lange Liste von Vorschlägen und Forderungen, die Kinder zwischen 11 und 14 beim ersten Südtiroler Kinderlandtag erarbeitet haben.

Dieser fand am 13. Februar 2015 statt. Bei diesem Pilotprojekt ging es primär darum, dass Kinder ihre Meinungen äußern und Gehör finden.

Am Montag nun haben Lisa Huber und Fabian Plattner, Vorsitzende der Katholischen Jungschar Südtirols, zusammen mit Landtagspräsident Thomas Widmann und Jugendlandesrat Philipp Achammer die Ergebnisse vorgestellt. Sie sind in einer Broschüre zusammengefasst, die gleichzeitig einen Ausblick auf den nächsten Kinderlandtag gegeben wird.

 

  

Und es gibt Erstaunliches zu lesen. So möchten Kinder, dass in der Schule von klein auf Respekt vermittelt wird. 

Der Faktor Ferien und  Freizeit

Weitere Wünsche waren, dass die Ferienzeiten besser aufgeteilt und die Schule später beginnen sollte. Und auch in Sachen Hausaufgaben haben die Kleinen nicht die schlechtesten Ideen. So wünschen sie sich nicht gänzlich von Hausaufgaben befreit zu werden, sondern - entweder weniger Aufgaben, oder mehr Zeit für die Aufgaben, die sie haben - sprich: dann einen kürzeren Schultag.  

In Sachen Freizeit wollen die Kinder „kuhle“ Konzerte für Jugendliche unter 16 Jahren, heißt es. Mehr Räume für Jugendliche, um Freunde und Freundinnen zu treffen und Spaß zu haben, traf auf hohe Zustimmung der Teilnehmer.

Auch die Kinder sollen ihre Meinung sagen

„Der Landtag ist das Haus aller, und daher sollen hier auch die Kinder ihre Meinung sagen", zitierte Landesrat Philipp Achammer die Worte des Landtagspräsidenten bei der Eröffnung des Kinderlandtags 2015, „der Kinderlandtag darf nicht nur Show sein und kein einmaliger Anlass, seine Ergebnisse müssen weiterverfolgt und konkret in die Überlegungen der Politik einfließen."

Dass dies machbar ist, meinte auch Landtagspräsident Widmann: „Es waren nicht nur realistische Vorschläge, sondern auch visionäre, die als Maß auch für andere Regionen zu sehen sind. Ich denke dabei zum Beispiel an die Forderung, den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen, damit auch der ländliche Raum lebenswert bleibt."

Widmann und sein Stellvertreter Roberto Bizzo freuten sich darauf, die nächsten Kinderlandtage als Gastgeber eröffnen zu können.

stol/lpa/ker

stol