Donnerstag, 25. Juni 2015

Kinderbetreuung und Elternarbeit verbessern

Kürzlich hat Landesrätin Waltraud Deeg dem Zentralausschuss des Katholischen Familienverbandes Südtirol die neuen Leitlinien zum quantitativen und qualitativen Ausbau der familienunterstützenden Angebote für Kinder vorgestellt. Der KFS begrüßt die geplanten Maßnahmen. Es wurde aber auch bekräftigt, dass die innerfamiliäre Betreuung mehr wertgeschätzt und durch entsprechende finanzielle Unterstützungen gefördert werden soll.

Die Mitglieder der Zentralausschuss des Katholischen Familienverbandes Südtirol mit der LR Waltraud Deeg
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Die Mitglieder der Zentralausschuss des Katholischen Familienverbandes Südtirol mit der LR Waltraud Deeg

„Wir begrüßen, dass die Landesrätin im Vorfeld das Gespräch mit den Akteuren, die in Südtirol im Familienbereich tätig sind, sucht“, betonte Angelika Mitterrutzner einleitend.

Ausgehend von der Prämisse, dass das Wohl des Kindes im Zentrum steht und in Südtirol 80% der Kleinkinder zu Hause betreut werden, ist dem KFS die Gleichbehandlung aller Eltern und damit die Schaffung einer echten Wahlfreiheit weiterhin wichtig. Es ist unbestritten, dass das Kind besonders im ersten Lebensjahr die Bindung an eine Vertrauensperson als Voraussetzung für eine spätere gesunde Entwicklung braucht.

Ein weiterer, ausschlaggebender Punkt ist die sozial- und pensionsrechtliche Absicherung der erbrachten Erziehungszeiten in der Familie. Verbandspräsidentin Angelika Mitterrutzner, der geistliche Assistentin im KFS, Toni Fiung, und der gesamte Zentralausschuss übermittelten im Rahmen des Treffens Waltraud Deeg erneut diese Forderungen.

Fehlende Zuständigkeit des Landes in Sachen Rentenversicherung

Landesrätin Deeg bekundete ihre Bereitschaft, dass die angesprochenen Themen wie die Rentenabsicherung und Unterstützung in der Familienbetreuung gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt werden: „Wie es auch im Familiengesetz steht, ist die außerfamiliäre Betreuung nur eine der möglichen Formen der Unterstützung neben anderen Maßnahmen zu sehen und zu behandeln“, betonen beide Seiten.

Die Landesrätin verwies in diesem Zusammenhang auf die fehlende Zuständigkeit des Landes in Sachen Rentenversicherung: "Wir bezuschussen bereits jetzt die freiwillige Weiterversicherung von Erziehungszeiten finanziell. Eine Rentenabsicherung für Erziehungszeiten können wir dagegen nicht umsetzen, da diese Materie Kompetenz des Staates ist. Wir werden versuchen, diesen Punkt in die Staat-Regionen-Konferenz zu bringen und damit auf nationaler Ebene zum Thema zu machen".

Die Leitlinien, die im neuen Familiengesetz stehen, beinhalten Vorschläge für einen quantitativen und qualitativen Ausbau familienunterstützender Kinderbetreuungsangebote in Südtirol. "Familien brauchen Rahmenbedingungen, um ihre individuellen Bedürfnisse verwirklichen zu können, und dabei soll das Wohl der Kinder im Vordergrund stehen", steht darin.

Die Schwerpunkte des Konzeptes sind 1. Die Schaffung der Betreuungsplätze anhand des effektiven Bedarfes; 2. Die Qualität der Betreuung, 3. Die Qualität der Arbeitsplätze; 4. Die ergänzende und außerschulische Betreuung (nachmittags, Sommer).

stol