„Ich wurde nicht nach ihrer Ideologie gefragt“, so Stauder. Sein Fett ab kriegt er von SVP-Senatorin Julia Unterberger: „Man muss jemanden nicht persönlich kennen, um sich von untragbaren Positionen zu distanzieren.“ <BR /><BR />Erstmals schickt die Alternative für Deutschland (AfD) mit ihrer Vorsitzenden Alice Weidel bei der vorgezogenen Bundestagswahl in Deutschland eine Kanzlerkandidatin ins Rennen. Das Online-Portal „Unser Tirol 24“ holte Meinungen von Südtiroler Politikern ein, ob sie „das Zeug dazu“ habe. Diese fielen unterschiedlich, aber in den meisten Fällen doch klar aus.<h3> Die Umfrage von „Unser Tirol 24“</h3>Brigitte Foppa (Grüne) kann sich eine Kanzlerin Weidel „nie und nimmer“ vorstellen. Deren Aussagen seien „nicht nur extrem rechts, sondern hasserfüllt“. Ganz anders sieht es Jürgen Wirth Anderlan (JWA): Die Menschen wollen klare Worte und hätten „genug von der Zuwanderung“.<BR /><BR /> Ulli Mair (Freiheitliche) nennt Weidel „fähig und kompetent.“ Weidel habe „zweifelsohne“ das Rüstzeug zur Kanzlerin, sei „authentisch und geradlinig“. Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) überlässt das Urteil dem Wähler. Allemal gebe es in Deutschland eine „links-grüne Ideologie und moralisierende Selbstüberheblichkeit“, die Andersdenkende als „rechtsradikal“ abstemple.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68332787_quote" /><BR /><BR />SVP-Sprecher Harald Stauder kann sich hingegen zu keinem klaren Urteil durchringen. „Ich kenne Weidel nicht persönlich und kann mir daher kein abschließendes Urteil bilden.“ Vom Lebenslauf her sei sie hoch qualifiziert, doch gehören für eine Führungsposition noch andere Eigenschaften wie Führungskompetenz, Selbstreflexion und Empathie dazu. „Diese kann ich aus der Distanz nicht bewerten“, zeigt Stauder in dieser Frage alles andere als klare Kante.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68332891_quote" /><BR /><BR />Die Kritiker aus den eigenen Reihen lassen deshalb nicht auf sich warten. „Die ausweichende Antwort Stauders zeigt, welch Geistes Kind er ist“, empört sich SVP-Senatorin Julia Unterberger. Man müsse jemanden nicht persönlich kennen, um sich von „untragbaren Positionen zur Migration, Russland, Umweltschutz und EU zu distanzieren“. <BR /><BR />Nicht umsonst verweigern selbst konservative Parteien in Deutschland jede Zusammenarbeit mit der AfD. „Erschwerend kommt hinzu, dass derart unqualifizierte Aussagen ausgerechnet vom SVP-Sprecher im Landtag stammen“, so Unterberger in einer Stellungnahme.<h3> Wie sich Harald Stauder rechtfertigt</h3> Und wie begründet SVP-Sprecher Stauder seine Aussagen? Er führt ins Feld, „nicht nach Alice Weidels Ideologie befragt“ worden zu sein, die er „natürlich ablehne“. Hätte ihn jemand befragt, ob er jemanden mit einer Ideologie wie Weidel als Kanzlerin haben wolle, wäre die Antwort klar Nein gewesen. <BR /><BR />„Ich beantworte keine Fragen zu Themen, die ich nicht beurteilen kann“, so Stauder. Das habe er letzthin auch bei Fragen zur US-Wahl so gehalten, da er lange nicht mehr in den Vereinigten Staaten war und nicht wisse, warum die Amerikaner so gewählt haben. Unterbergers Vorwürfe treffen ihn nicht. „Bei intellektuell so dürftigen Fragen eine komplexe Antwort zu geben, führt offenbar zu Missverständnissen“, meint Stauder.