Der am Freitag vorgestellte Katalog umfasst 39 Punkte und wurde bereits an Landesrat Peter Brunner und Landtagspräsident Arnold Schuler überreicht. Die Initiatoren wollen vor allem Landespolitik und die Gemeinden in die Pflicht nehmen. <BR /><BR />Ähnlich wie man es vom voranschreitenden Treibhauseffekt kennt, wird nun auch der Druck beim Klimaschutz an sich erhöht: Südtirol nehme in dieser Hinsicht seine Verpflichtungen nur halbherzig wahr, der „Klimaplan Südtirol 2040“ sei nicht ausreichend, folglich brauche es ein gesetzlich verankertes Regelwerk, das den Klimaschutz zu einer prioritären Angelegenheit der Landespolitik macht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238733_image" /></div> Soweit in einem Satz die Forderung, welche am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz im Bozner Naturmuseum von den Sprechern einer 47 Organisationen umfassenden Plattform formuliert und mit diversen Argumenten untermauert wurde. Die Initiative für ein Landesklimagesetz wurde vor einem Jahr von „Climate Action South Tyrol“ (CAST), dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz und dem Heimatpflegeverband Südtirol eingeleitet, ebendiese Organisationen gingen nun mit einem aus 39 Vorschlägen bestehenden Maßnahmenkatalog in die Öffentlichkeit. <BR /><BR /><b>„Politik soll dem Wunsch der Südtiroler Zivilbevölkerung nachkommen“</b><BR /><BR />Die Vorschläge betreffen einerseits die für den Klimaschutz maßgeblichen Sektoren wie Energie, Gebäude, Transport oder Bodennutzung, andererseits auch flankierende Maßnahmen wie Bürgerbeteiligung, soziale Abfederung und laufendes Monitoring. Als handelnde Akteure sehen die genannten Organisationen in erster Linie das Land und die Gemeinden in der Pflicht. „Die Südtiroler Zivilgesellschaft will mehr Klimaschutz, die Politik sollte diesem Wunsch mit konkreten Taten nachkommen“, erklärte CAST-Sprecher David Hofmann. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238736_image" /></div> Es gelte, die Chance einer „Vorreiterfunktion“ zu nutzen, anstatt irgendwann hinter den Entwicklungen hinterherzulaufen. Elisabeth Ladinser vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz betonte, dass es „mit Visionen allein nicht mehr getan“ sei, damit werde nur wertvolle Zeit verschwendet. Sozialwissenschaftler Thomas Benedikter erläuterte das Maßnahmenbündel und schloss mit der Feststellung: „Es handelt sich hier nicht um eine Utopie, sondern um ein machbares und realistisches Gesetzeswerk. Mehrere deutsche Bundesländer wie etwa Baden-Württemberg oder auch unser Nachbarland Tirol haben diesen Weg bereits erfolgreich beschritten.“ <BR />An derartigen Beispielen habe man sich bei der Ausarbeitung der Vorschläge orientiert. Nun, nachdem diese bei Landesrat Brunner und Landtagspräsident Schuler deponiert worden sind, sei man auch bereit, „bei der Erstellung eines starken Landesgesetzes“ mitzuwirken. Der Ball liege jetzt bei der Politik. Info: Der vollständige Maßnahmenkatalog ist auf den Webseiten der genannten Organisationen abrufbar.