„in1/2h“ gehört zu den bekannteren Sendungen im italienischen Fernsehen. In den von Lucia Annunziata moderierten Diskussionsrunden auf Rai 3 geht es vor allem um eins: ums Zeitgeschehen. So auch am vergangenen Sonntag, an dem Annunziata mit verschiedenen Gästen über die Terror-Anschläge in London sprach.Etwa mit Antonio Di Bella, Direktor von Rai News. Im Zuge der Diskussion kam Di Bella auch auf die ehemalige Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit Eva Klotz zu sprechen (STOL hat berichtet). Das sei eine „Südtiroler Terroristin, die eine staatliche Rente bekommt.“ Klotz reagierte prompt auf seinen Sager und kündigte an, Anzeige wegen grober Verleumdung gegen Di Bella zu erstatten.Am Donnerstag ruderte der Rai-News-Direktor nun zurück. Er entschuldigte sich öffentlich und über mehrere Kanäle bei Klotz. Er habe ihr keine Straftat unterstellen wollen. „Zuerst denken, dann reden“, kommentiert Eva Klotz die Entschuldigung.Südtirol Online: Frau Klotz, haben Sie heute einen Entschuldigungs-Anruf erhalten?Eva Klotz, Landtagsabgeordnete a. D.: Sich hinterher zu entschuldigen, was soll das bringen? Das ist zu billig. Der hätte zuerst denken und dann reden sollen. Die Anzeige gegen ihn steht. Mit einer Entschuldigung ist da nichts getan.Südtirol Online: Herr Di Bella hat Sie aber angerufen?Klotz: Nein, ich habe aus den Medien erfahren, dass er sich entschuldigt. Mit mir hat er keinen Kontakt aufgenommen. Aber auch wenn er das täte, mit einer Entschuldigung ist da nichts getan. Das ist schon eine schwerwiegende Sache. Ich würde mir das auch nicht von einem Anfänger gefallen lassen und schon gar nicht von einem sogenannten Profi.STOL: Man hört es Ihnen an, Sie sind betroffen.Klotz: Selbstverständlich. Wenn der sagt „Italien bezahlt die Rente von Eva Klotz, einer Südtiroler Terroristin“. Ja, stellen Sie sich das einmal vor. Und dann auch noch in einem so schwerwiegenden Zusammenhang wie den Anschlägen in London.STOL: Haben Sie die Anzeige bereits gestellt?Klotz: Leider bin ich noch nicht dazu gekommen. Aber die Anzeige erstatte ich sicher, die steht. Da gibt es kein Zurück mehr, das ziehe ich ohne jeden Vergleich durch.Interview: Andrej Werth