<b>von Luise Malfertheiner</b><BR /><BR />„Es ist relativ offensichtlich, dass für eine gute Stadtregierung für Meran noch Luft nach oben ist. Ich glaube, ich stoße da keinen der Koalitionspartner vor den Kopf“, schickt Vizebürgermeisterin Katharina Zeller voraus. Die SVP werde jetzt im Wahlkampf mit allen bürgerlichen Kräften reden. „Die Grünen sind da am linken Rand des Zentrums, haben aber das meiste Gewicht“, sagt Zeller. Sie schließe nicht aus, dass man sich schon im Wahlkampf mit jemandem zusammentue. Aber die Grünen zeigen die kalte Schulter. <BR /><BR />Auf Gemeindeebene spielten politischen Farben und Ideologien eine marginale Rolle. „Da geht es um Sachpolitik. Ich sehe das sehr pragmatisch. Natürlich hat es in Vergangenheit Spannungen gegeben, die wir geerbt haben. Bei mir ist es sogar familiär bedingt, dass die Grünen ein rotes Tuch sind. Aber all dies finde ich überholt. Wir müssen Ideologien auf die Seite legen, Gräben schließen und Realpolitik machen“, sagt die Vizebürgermeisterin Katharina Zeller.<BR /><BR />Warum sollte man also nicht schon jetzt sondieren – Grüne, Team K, PD –, damit man weiß, wo jeder stehe und was jeder wolle. „Das Wahlprogramm der Grünen und unsriges überschneiden sich zum Großteil. Warum also nicht den Dialog suchen, schauen, was sich die anderen vorstellen. Es ist doch hilfreich, wenn bereits vor der Wahl die Sachen klargestellt sind. Schauen, wo der gemeinsame Nenner ist, auf dem man aufbauen kann. Und warum sich nicht ,frisch‘ zusammentun, wenn man eh das Gleiche will – und das noch, bevor sich im Wahlkampf die Fronten verhärten. Und nochmals: Von diesen Gesprächen ist niemand ausgeschlossen“, sagt Zeller. Auch wenn das Team K auf Landesebene nicht in der Koalition sei, „wir in Meran haben ein gutes Verhältnis. Ich kann mir eine Zusammenarbeit vorstellen“.<BR /><BR />Man habe keine Zeit zu verlieren, angesichts der vergangenen 3 Jahre erwarteten sich die Leute, „dass wir es besser machen. Und wenn über die Stadtverwaltungen von Bozen und Meran immer wieder zu hören ist: ,Bozen und Meran weißt eh, wie das ist‘, das ist nicht das Image, das mir für meine Stadt gefällt“, so Zeller.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088382_image" /></div> Die ausgestreckte Hand der SVP wird von den Grünen nicht angenommen. „Die SVP und Katharina Zeller als Stadtkomitee-Obfrau müssen die Verantwortung tragen, dass in Meran seit 3,5 Jahren nichts weiter geht“, sagt Madeleine Rohrer. Schön, wenn die SVP eine Präferenz für die Grünen habe, „aber 2021 – und da war Zeller bereits maßgeblich in der SVP – ist die SVP von Haustür zu Haustür gegangen und hat den Leuten gesagt, wählt Dal Medico und nicht den deutschen Bürgermeister Paul Rösch. Was bekamen wir? Politischen Stillstand. Nochmals Dal Medico–Zeller führt zu nichts. Aber wir können gerne Gespräche führen, ob die SVP uns unterstützen will. Wir lassen uns nicht so einfach austauschen. Es kommt zu keinem Schulterschluss vor der Wahl mit der SVP“, sagt Rohrer. <BR /><BR />Mitte-Links werde ein „alternatives politisches Angebot bieten, wenn keinen neuen Paul, dann eine neue Pauline. Wir stellen selbst einen Bürgermeister. Darauf arbeiten wir hin und laden die SVP ein, uns in der Stichwahl zu unterstützen“, sagt Rohrer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088385_image" /></div> <BR /><BR />Bürgermeister Dario Dal Medico äußerte sich nur schriftlich. Er werde dauernd zu Wahlkampfthemen gefragt. „Mich interessiert dieser Klatsch nicht – noch dazu Monate vor der Wahl. Jeder kann mit seiner Zeit anfangen, was er will. Ich ziehe es vor, mich um die vielen Dinge zu kümmern, die es zu tun gibt – das erwarten sich die Bürger“, so Dal Medico. Er übernehme „keine Rolle in dieser Komödie“, ihm gehe es nur um Meran.<BR /><BR />Alleanza-per-Merano-Chef Nerio Zaccaria wollte sich zum Vorstoß von Koalitionspartnerin Zeller nicht äußern. „Ich werde eine Pressekonferenz einberufen und auch dazu Stellung beziehen“, so Zaccaria.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088388_image" /></div> <BR /><BR />Laut Dr. Sabine Kiem (Team K) „muss das Team K den Wandel der SVP, der überraschend kommt, erst sacken lassen. Wir warten und überlegen. Wir fragen uns auch, wie nun die Regierungsarbeit ausschaut. Sind die Koalitionspartner schon Gegner, die gemeinsam in der Regierung sitzen? Auch für uns gilt: Wir reden mit allen, außer mit Rechts-Kräften“, sagt Dr. Kiem. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1088391_image" /></div> <BR /><BR />Für PD-Fraktionssprecher Daniele Di Lucrezia ist Zellers Vorstoß keine Überraschung. „Man hat im Gemeinderat schon gemerkt, dass diese Koalition am Ende ist. Die Beziehungen PD-SVP sind sehr gut.“