Der Koalitionspoker zieht sich immer mehr in die Länge: Auch gestern konnten die Arbeiten noch nicht beendet werden.<BR /><BR /> Morgen, Samstag, steht die nächste Sitzung der „Bosse“ an – und eine weitere Sitzung dann nächste Woche, da muss dann der Abschluss gemacht werden, kündigt SVP-Obmann Philipp Achammer an. <BR /><BR />Bei der Sitzung des Koalitionstisches brachten die Freiheitlichen gestern im Landtag ihre Änderungsvorschläge vor. Irgendwann soll Landeshauptmann Kompatscher dann gesagt haben: „So wird das nichts. Nur dass ihr wisst: Ich kann auch jemand anderes anrufen.“ Daraufhin sollen die Freiheitlichen gekontert haben: „Du brauchst uns – und nicht wir dich! Wir brauchen das alles nicht.“ Kurz darauf soll Kompatscher aufgestanden sein und den Saal verlassen haben. Nach etwa 45 Minuten kehrte er wieder zurück. SVP-Obmann Achammer will solche kurzen „Gewitter“ nicht überbewerten. Diskussionen habe es immer wieder mal gegeben. „Das Arbeitsklima ist aber sehr konstruktiv“, meint Achammer.<h3> Mehrere Knackpunkte</h3>Am Koalitionstisch, wo die „Bosse“ sitzen, werden strittige Punkte behandelt, auf die sich die Arbeitsgruppen zuvor nicht einigen konnten. Und: Ein Knackpunkt scheint die Präambel zu sein, in der sich die Koalition zu Werten wie Europa, Autonomie, Nachhaltigkeit und Nicht-Diskriminierung bekennen soll. Landeshauptmann Arno Kompatscher legte, wie bereits berichtet, vor einiger Zeit folgenden Satz für die Präambel vor: „Nationalismus, Nationalsozialismus und Faschismus haben die Menschheit in unsägliches Leid gestürzt. Die Koalition distanziert sich von jeder Form von verbrecherischer Ideologie gleich wie von jeder Art des Totalitarismus und Radikalismus.“ Abzuwarten bleibt, ob diese Sätze am Ende tatsächlich genau so Eingang in die Präambel finden werden. Die Vertreter von Fratelli d'Italia sollen gestern darauf hingewiesen haben, dass „Nationalismus“ auch als etwas Positives gesehen werden könne. Mit „Chauvinismus“ wollte man dann den Begriff „Nationalismus“ nicht ersetzen – weil dies die Leute nicht verstehen würden. Nun bleibt abzuwarten, auf welche Version man sich am Ende einigen wird. <BR /><BR />Der Abgeordnete Marco Galateo (FdI) stellte uns gegenüber klar: „Wir wollen mit dem Faschismus und Nationalsozialismus nicht in Verbindung gebracht werden. Wir haben kein Problem damit, den Faschismus, den Nationalsozialismus und den Kommunismus zu verurteilen – alle totalitären Regime – ebenso den Terrorismus. Aber: Alle Opfer sollen gleich anerkannt werden. Es darf nicht Serie-A- und Serie-B-Opfer geben“, betonte Galateo. <h3> Autonomie</h3>Ein weiterer Knackpunkt soll die Endfassung des Koalitionstextes zum Thema „Autonomie“ sein. Achammer zeigte sich nach der Sitzung des Koalitionstisches aber zuversichtlich: „Wir sind an einem guten Punkt. Wir sind dabei, die letzten Knoten zu lösen. Einige Punkte sind noch zu diskutieren. Einige Themen wurden ausreichend besprochen, andere noch nicht. Wir sind aber im Zeitplan.“ Auch wenn alle sich erwartet hätten, früher abzuschließen, so sei es doch besser, vorher alles gut zu klären, als nachher mit Schwierigkeiten konfrontiert zu sein, meinte der SVP-Chef. <BR /><BR />Am Abend in Nals werde man den Bürgermeistern, Ortsobleuten und SVP-Ausschussmitgliedern noch keine Texte präsentieren können, sehr wohl aber einen Zwischenbericht. Es gehe in Nals darum, den Auftrag zu erhalten, gut weiterzuverhandeln.<BR />