Rund 1.500 junge Menschen pro Jahr kehren Südtirol den Rücken. Ob es die angebliche „Überfremdung“ ist oder gar der in den sozialen Medien insinuierte „Bevölkerungsaustausch“, der die Jungen aus dem Land treibt, wage ich zu bezweifeln. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73159967_quote" /><BR /><BR />Den meisten Auswanderern ist Südtirol nicht zu „bunt“, sondern zu „eng“, und damit meine ich nicht die Topografie unserer Täler. Eine von geistigen Brandstiftern betriebene Politik, die sich einzig und allein aus der Pflege von Feindbildern nährt – zuerst „die Walschen“, jetzt „die Ausländer“ –, wirkt ermüdend auf jene jungen Leute, deren Horizont nicht am Kirchturm des Nachbardorfes endet. <BR /><BR />Es sind sehr konkrete Probleme, die die Gedanken an Abwanderung befeuern: zu hohe Lebenshaltungskosten im Vergleich zum Lohnniveau, ein prekärer Mietmarkt, kaum Möglichkeiten, sich aus eigener Kraft ein Eigenheim aufzubauen. <BR /><BR />Daran gilt es anzusetzen, will Südtirol nicht als Postkartenidyll enden, das sich dessen Bewohner immer weniger zu leisten imstande sind.<BR /><BR /> <a href="mailto:klaus.innerhofer@athesia.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">klaus.innerhofer@athesia.it</a>