Sonntag, 22. Mai 2016

Kompatscher an Rom und Wien: Alleingänge bringen nichts

Im aufflammenden Flüchtlingsstreit zwischen Wien und Rom ist Landeshauptmann Arno Kompatscher um Beruhigung bemüht.

Landeshauptmann Arno Kompatscher ist in Sachen Brenner um Vermittlung bemüht.
Badge Local
Landeshauptmann Arno Kompatscher ist in Sachen Brenner um Vermittlung bemüht.

Die Kontrollen am Brenner werden „angepasst“, und zwar „ohne Alleingänge, die nirgendwo hinführen“, sagte Kompatscher am Sonntag der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Es brauche „ein Klima der guten Zusammenarbeit und des Vertrauens“ zwischen den Nachbarländern.

Kompatscher berichtete, dass er von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) und seinem Tiroler Amtskollegen Günther Platter (ÖVP) kontaktiert worden sei. Diese hätten beklagt, dass zahlreiche Migranten in Regionalzügen unterwegs seien, „unter anderem 40 bis 50 pro Zug“. Platter habe sich besorgt gezeigt, weil Dutzende Personen zu Fuß im Grenzort Gries am Brenner eingetroffen seien.

Innenminister Angelino Alfano habe den österreichischen Politikern höchste Kooperationsbereitschaft bei der Lösung der Frage signalisiert, betonte Kompatscher. Aus Regierungskreisen in Bozen war zuvor verlautet, dass die italienische Regierung am Dienstag 25 Soldaten in den Grenzraum schicken werde.

Auch sollen künftig Regionalzüge stärker kontrolliert werden, meldete ANSA. In den internationalen Zügen sei die Zahl der Migranten bereits „null“, sie würden bereits in den Bahnhöfen Bologna, Verona und Trient (Trento) aus den Zügen geholt.

apa/ansa

stol