Dienstag, 20. Juli 2021

Kompatscher: „Kein Sonderweg bei Anwendung des Grünen Passes“

Bei der Sitzung der Südtiroler Landesregierung am heutigen Dienstag stand die Corona-Impf- und Teststrategie im Fokus. Weiters wurde zur Anwendung des Grünen Passes beraten. Fest steht: Es wird keinen Südtiroler Sonderweg geben.

Südtirol will sich an die staatlichen Regelungen halten, wenn es um die Anwendung des Grünen Passes geht.
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Südtirol will sich an die staatlichen Regelungen halten, wenn es um die Anwendung des Grünen Passes geht. - Foto: © Shutterstock
Neben der weiteren Impf- und Teststrategie in Südtirol wurde in der Landesregierung auch thematisiert, inwieweit die Anwendung des Grünen Passes ausgedehnt werden soll.

Zu diesem Thema findet am Dienstagnachmittag ein Treffen der Regionenpräsidenten mit Gesundheitsminister Roberto Speranza und Regionenministerin Mariastella Gelmini statt.

„Für uns ist klar: Sollte es einen staatlichen Beschluss geben, der vorsieht, dass die Anwendung des Grünen Passes auf weitere Bereiche ausgedehnt werden soll, wird dieser auch in Südtirol so umgesetzt“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Es gäbe in der italienischen Regierung derzeit noch keine einheitliche Meinung zu diesem Thema. „Wir glauben aber, dass dieses Instrument gut funktioniert, weil es ein erhöhtes Maß an Sicherheit garantiert und so ein Anreiz zur Impfung geschaffen werden kann, besonders wenn es Vorteile für Menschen gibt, die sich impfen oder testen lassen“, so Kompatscher.

Abermals unterstrich der Landeshauptmann die Wichtigkeit der Impfung im Kampf gegen die Pandemie: „Es wird weiter keinen Impfzwang geben, aber wir wollen weiter Anreize zur Impfung schaffen, denn mit der Impfung schützt man nicht nur sich selbst und seine Familie, sondern tut auch einen Dienst an der Gesellschaft“.

Dennoch soll das Testangebot weiter als Alternative zum Impfen erhalten bleiben. Dabei sollen Tests, auf jeden Fall die Nasenflügeltests, für unter 18-Jährige kostenlos bleiben, für Volljährige sind sie hingegen zahlungspflichtig mit einigen Ausnahmen.

Wird Südtirol wieder zur gelben Zone?

Anschließend informierte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann zur aktuellen Corona-Lage im Land: „Seit 2 bis 3 Wochen lässt sich in Südtirol ein leichter Anstieg bei den täglichen Neuinfektionen erkennen.“ Eine Inzidenz von 50 rücke immer näher, was zur Folge hätte, dass Südtirol erneut als gelbe Zone eingestuft werden könnte.

Laut Widmann werde in Rom aber überlegt, auch die Bettenbelegung als Parameter zur Einstufung der Regionen heranzuziehen. Hier sei Südtirol aktuell gut aufgestellt.

Auch Widmann unterstrich, dass man bereit sei, dem internationalen Trend zu folgen, dass Menschen, die entweder geimpft, getestet oder genesen sind und damit einen Grünen Pass haben, Vorteile gegenüber Menschen ohne Grünen Pass genießen sollten.

Bisher wurden in Südtirol insgesamt 512.000 Impfdosen verabreicht. „Nun sind wir in der Situation, dass wir mehr Dosen als Impfwillige haben. Deshalb setzen wir weiter auf ein niederschwelliges Impfangebot“, so Widmann.

In den kommenden Tagen sollen 2 weitere Impfbusse in Betrieb genommen werden. Bisher hatte es in den Impfbussen etwa 200 Impfungen pro Bus pro Tag gegeben, das Projekt sei von der Bevölkerung gut angenommen worden.

pho

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