Dienstag, 13. Oktober 2020

Kompatscher: „Regeln des Landesgesetzes reichen“

Die Landesregierung wird die Corona-Verschärfungen Roms nicht übernehmen. „Die Regeln des Landesgesetzes reichen“, hob Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag auf seiner Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung hervor.

Die Südtiroler Landesregierung will die verschärften Corona-Regeln Roms nicht übernehmen. - Foto: © screenshot
Kompatscher bestätigte, dass in Südtirol weiterhin das Landesgesetz gelte und die entsprechenden Verordnungen des Landeshauptmannes. Damit will die Landesregierung die verschärften Maßnahmen, die die italienische Regierung am Dienstag per Dekret beschlossen hatte, nicht übernehmen.

Regeln bleiben - mehr Kontrollen, mehr Strafen

„Wir haben die gestern durch das Dekret des Ministerpräsidenten verstärkten Regeln in Italien mit den geltenden Südtiroler Regeln verglichen und sind zum Schluss gekommen: Alle aktuell notwendigen Regeln sind schon da. Sie müssen nur eingehalten werden!“, so der Landeshauptmann.

Die Landesregierung setzt nun auf stärkere Kontrollen: „Wir haben mit den Ordnungskräften bereits vereinbart, dass mehr kontrolliert wird und notwendige Strafen ausgestellt werden.“ Die Landesregierung behält die Infektionszahlen täglich im Auge. „Sofern wir in einzelnen Bereichen der Gesellschaft negative Trends feststellen, werden wir an diesen Stellen punktuell und mit Verordnung des Landeshauptmanns schärfere Maßnahmen ergreifen.“

Aktuell trage insbesondere die Unachtsamkeit bei Feiern und Festen zur verstärkten Verbreitung des Virus bei. „Im öffentlichen Nahverkehr und auch bei Sportveranstaltungen werden die Regeln laut den uns vorliegenden Rückmeldungen dagegen bis auf wenige Ausnahmen gut eingehalten“, berichtete der Landeshauptmann.

Infektionszahlen bei genauer Analyse unter Kontrolle

Grundlage für die Entscheidung der Landesregierung war auch eine von Gesundheitslandesrat Thomas Widmann vorgelegte Analyse der Infektionszahlen der vergangenen 10 Tage. Widmann gab dabei eine teilweise Entwarnung: „Die absoluten Infektionszahlen sind zwar gestiegen, aber der Großteil ist eindeutig den bestehenden Herden in einzelnen Gemeinden, Firmen oder Schulen zuzuordnen.“

So lagen in den jüngsten 10 Tagen die Meldungen symptomatischer Fälle durch die Hausärzte und Notaufnahme bei maximal 25 Fällen täglich. „Damit liegen wir bei diesen routinemäßigen Kontrollen weiterhin auf dem Niveau der vergangenen Monate“, bestätigte der Gesundheitslandesrat.

Rund ein Prozent aller festgestellten Infizierten komme ins Krankenhaus. Dies hätten sowohl die Daten der Infektionsherde als auch die Meldungen durch Hausärzte und Notaufnahme ergeben. „Diese Zahl ist jene, die wir im Auge behalten müssen“, sagte Widmann, „denn sie zeigt, wie hoch der Druck auf die Krankenhäuser ist.“

Test- und Bettenkapazitäten laufend erhöht


Der Landesrat erinnerte daran, dass man jetzt wesentlich besser vorbereitet sei und zielgenauer testen könne: „Von 30 Tests pro Tag zu Beginn der Epidemie sind wir jetzt bei einer Kapazität von 2500 angelangt. Wir haben die nötigen Testschleusen in den Krankenhäusern, eine ausreichende Bettenkapazität in den Intensivstationen …“ Es sei nun möglich, die Herkunft der Infektionen weitgehend zuzuordnen.

„Im Frühjahr sind wir dem Eisberg hinterhergelaufen, jetzt haben wir ihn im Blick“, erklärte der Gesundheitslandesrat und zeigte sich zuversichtlich, die Testkapazität noch weiter erhöhen zu können, sobald aus Rom grünes Licht für den Vorstoß von Landeshauptmann Komaptscher komme: „Wenn die Quarantänezeit von 14 auf zehn Tage reduziert wird und vor allem statt zwei negativen Tests nur mehr einer nötig ist, werden rund 500 Tests für andere Fälle frei.“

Kompatscher und Widmann wiederholten den Appell an die Bevölkerung, die Regeln in allen Lebensbereichen zu befolgen, vor allem das Tragen von Mund-Nasen-Schutz bei Menschenansammlungen und bei Begegnungen, bei denen der Sicherheitsabstand von einem Meter unterschritten wird. „Dies gilt auch dann, wenn wir mit nur einer einzigen Person in Kontakt kommen, die nicht im gleichen Haushalt lebt“, erinnerte Kompatscher an eine der Grundregeln.





ansa/pho

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