Mittwoch, 20. Juli 2016

Kompatscher setzt auf Van der Bellen - Blaas fordert verbales "Fair Play"

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Dienstag die Hoffnung geäußert, dass es bei der Bundespräsidenten-Stichwahl in Österreich zu einem Sieg von Alexander Van der Bellen kommt. "Sollte die FPÖ in die Hofburg einziehen, hätte nicht nur Österreich, sondern auch Südtirol Probleme", sagte Kompatscher. Der Obmann der Südtiroler Freiheitlichen, Walter Blaas, warnt hingegen vor „wertenden Äußerungen“ wie bei der letzten Wahl.

Arno Kompatscher wünscht sich Van der Bellen als Bundespräsidenten. - Foto: AFP; APA; EPA
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Arno Kompatscher wünscht sich Van der Bellen als Bundespräsidenten. - Foto: AFP; APA; EPA

Die politischen Ideen der FPÖ seien nationalistisch, was dem europäischen Geist zutiefst widerspreche. "Nationalismus hilft nicht der Entwicklung unserer Autonomie. Autonomie entwickelt sich nur mit guten Beziehungen zwischen Staaten, die an Europa glauben", sagte Kompatscher bei einem Treffen mit Journalisten im Sitz des Auslandspresseverbands in Rom.

Flüchtlinge beherrschten Wahlkampfthema

Die Wahlkampagne für die Präsidentschaftswahl sei im Frühjahr von der Flüchtlingsproblematik beherrscht worden. "Zwar ist die Lage am Brenner jetzt ruhig. Doch es genügt, dass es zu mehr Bewegung kommt, dann wäre die Flüchtlingsproblematik wieder das einzige Wahlkampf-Thema", sagte Kompatscher.

Walter Blaas von den Freiheitlichen ruft zu Contenance auf

Der Obmann der Südtiroler Freiheitlichen, Walter Blaas, steht – wenig überraschend - nach eigener Aussage „Herrn Hofer politisch natürlich ein Stück näher“ als Van der Bellen.

Dass Politiker Präferenzen für einen der beiden Kandidaten hätten - Kompatscher etwa auf Van der Bellen setzt - findet Landtagsabgeordneter Blaas verständlich und nachvollziehbar.

Ungeschickt sei es aber, bereits im Vorfeld Wertungen über eine Person abzugeben, so der Freiheitlichen-Obmann im STOL- Gespräch.

„Im Kontext der vergangenen Bundespräsidenten-Wahl fielen äußerst ungeschickte Bemerkungen. SVP-Obmann Philipp Achammer sagte etwa, ‘Mir graut vor einem Bundespräsidenten Hofer’ - wer in der Regierung sitzt, sollte sich mit solchen Wertungen gegenüber einem potentiellen Bundespräsidenten zurückhalten.“

Man solle auf den Ton achten, meint Walter Blaas, denn wer weiß, wem man nach der Wahl gegenüber säße, dann ginge es auch nicht mehr um Sympathie, sondern um die Interessen Südtirols.

Stefan Pan: 2. Oktober "Stichtag für Österreich"

Auch Stefan Pan, Präsident des Südtiroler Unternehmerverbandes äußerte sich der Apa gegenüber. Den 2. Oktober bezeichnete er als "Stichtag für Österreich".

"Wir hoffen, dass die Idee des offenen Europas siegt. Angst führt zur Verschließung. Dies bedeutet aber, sich vor einem Europa zu verschließen, das uns allen Wohlstand und Frieden beschert hat", sagte Pan.

apa/stol/aw

stol