Dienstag, 29. Juni 2021

Nasenflügeltests nur noch für Minderjährige - Impfmotivation ankurbeln

Im Kampf gegen Covid-19 will die Südtiroler Landesregierung Impfmuffel von einer Immunisierung überzeugen: „Die Impfbereitschaft hat inzwischen leider drastisch nachgelassen, deshalb wollen wir die Zögerlichen zum Impfen motivieren, um erneute Corona-Maßnahmen im Herbst zu vermeiden“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Die Nasenflügeltests sollen künftig nun nur noch für Minderjährige gelten.

„Es wäre traurig, wenn wir die Instrumente, die uns die Wissenschaft zur Verfügung stellt, nicht nutzen und dann im Herbst wieder dort landen, wo wir schon im letzten Herbst waren“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf der Pressekonferenz.
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„Es wäre traurig, wenn wir die Instrumente, die uns die Wissenschaft zur Verfügung stellt, nicht nutzen und dann im Herbst wieder dort landen, wo wir schon im letzten Herbst waren“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf der Pressekonferenz. - Foto: © screenshot Land Südtirol
Die Landesregierung hat am Dienstag die Handhabung des europäischen Green Passes beschlossen: So soll die Teilnahme an Festen und Chor- und Musikproben daran gekoppelt sein, dass dieser Nachweis über eine Impfung gegen Covid-19, Genesung oder einen negativen PCR- oder Antigentest vorgezeigt wird.

Die Nasenflügeltests, die in den vergangenen Wochen in Südtirol zum Einsatz kamen, stellen nur mehr ein Alternative für Kinder zwischen 12 und 18 Jahren dar. Für die Vereinstätigkeiten gebe es für die nächsten Wochen noch eine Übergangsregelung, die den betroffenen Vereinen über ein Rundschreiben im Detail mitgeteilt werden.

Auch die Nutzung von öffentlichen Hallenbädern, Wellnessbereichen, Umkleiden und Sport- und Turnhallen darf nur mit dem europäischen Nachweis erfolgen. Außerdem muss der Green Pass beim Besuch von Theater, Kino und Konzerthäusern (wenn die Auslastung über 50 Prozent liegt) vorgezeigt werden. Dasselbe gilt - anders als angekündigt - auch für Übernachtungen in gemeinschaftlichen Schlafräumen auf Schutzhütten.

Zielsetzung der Regelung sei es laut Kompatscher Veranstaltern und Betreibern solcher Einrichtungen sowie den teilnehmenden Menschen mehr Sicherheit zu gegeben und Coronahotspots zu vermeiden.

„Es wird notwendig sein Zugangskontrollen durchzuführen: Teilnahme bzw. Eintritt nur mit dem Nachweis. Die Veranstalter haben die Pflicht aber auch das Recht den Nachweis zu verlangen, hier gibt es eine rechtliche Grundlage“, so Kompatscher.

Das Vorweisen des Green Pass gelte für alle Bürger ab 12 Jahren; für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren bestehe jedoch jeweils das alternative Angebot eines Tests vor Ort. Dieser werde vom Veranstalter oder von den Betreibern kostenlos zur Verfügung gestellt. Für Angebote der Sommerbetreuung gebe es die Empfehlung, bei allen teilnehmenden Kindern und Jugendlichen Nasenflügeltests durchzuführen. Auch hier erhalten die Veranstalter die Tests kostenlos.

„Wir hoffen sehr stark, dass dies der letzte Sommer ist, in dem wir Maßnahmen dieser Art ergreifen müssen“, zeigte sich der Landeshauptmann zuversichtlich.


Kompatscher: „Wollen die Impfmotivation neu ankurbeln“

Rund die Hälfte aller impfberechtigten Südtiroler hat bisher das Impfangebot wahrgenommen und ist mit zumindest einer Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Dennoch sei in den vergangenen Tagen eine schwindende Impfbereitschaft feststellbar gewesen.

„Wir führen das darauf zurück, dass es eine Gruppe gibt, die die Impfung prinzipiell ablehnt. Eine deutlich größere Gruppe aber verhält sich abwartend, weil es aktuell wenige Neuansteckungen gibt und sich die Situation in den Krankenhäusern entspannt hat. Solche Überlegungen gehen leider völlig in die falsche Richtung: Wenn wir erst im Herbst eine Impfquote erreichen, die eine annähernde Herdenimmunität gewährleistet, könnte es bereits zu spät sein. Erneute Einschränkungen könnten dann notwendig werden, die Krankenhäuser erneut unter Druck geraten“, so der Landeshauptmann.

Hier will die Landesregierung nun gegensteuern: Das Impfangebot wird weiterhin möglichst niederschwellig und kostenlos aufrecht gehalten und Zögerliche sollen durch Überzeugungsarbeit für die Impfung gewonnen werden.

„Es wäre traurig, wenn wir die Instrumente, die uns die Wissenschaft zur Verfügung stellt, nicht nutzen und dann im Herbst wieder dort landen, wo wir schon im letzten Herbst waren“, so Kompatscher auf der Pressekonferenz.

pho/lpa