Montag, 08. August 2016

Kompatscher zu Sommergespräch bei Napolitano in Bad Moos

Italiens ehemaliger Staatspräsident Giorgio Napolitano hat Landeshauptmann Arno Kompatscher am Wochenende zum Sommergespräch in Bad Moos bei Sexten empfangen.

Expräsident Giorgio Napolitano und Landeshauptmann Arno Kompatscher bei ihrem Sommergespräch in Bad Moos. - Foto: Christian Tschurtschenthaler
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Expräsident Giorgio Napolitano und Landeshauptmann Arno Kompatscher bei ihrem Sommergespräch in Bad Moos. - Foto: Christian Tschurtschenthaler

Zwei Wochen logiert Expräsident Giorgio Napolitano gemeinsam mit seiner Frau Clio mittlerweile in Bad Moos, am Eingang des malerischen Fischleintales. Er genießt seinen Bergurlaub in den Sextner Dolomiten bei kleinen Ausflügen und Spaziergängen auf die Rotwandwiesen und die Nemesalm, sucht den Kontakt zu anderen Urlaubern und macht seine tägliche Kaffeehaus-Runde ins nahegelegene Moos.

Aber ganz von seinem politischen Alltag, der sein Leben ist, kann der „Presidente“ auch im Urlaub nicht lassen. Am Wochenende hat Napolitano Landeshauptmann Arno Kompatscher in Bad Moos zum traditionellen Sommergespräch empfangen. Die beiden zogen sich in die sonnendurchflutete Zirmstube seiner Hotelresidence zu politischen Konsultationen zurück.

Gesprächsthemen Italien und Europa 

„Unser Treffen war locker und herzlich“ so der Landeshauptmann im Anschluss an die rund 45-minütige Unterredung mit Napolitano. Zur Sprache kamen das im Herbst anstehende Referendum zur Verfassungsreform und das Wahlgesetz, das möglicherweise abgeändert werden soll.

Ein großes Thema, so Kompatscher, war die derzeitige schwierige Lage Europas, zum einen was Terror und Flüchtlingskrise betrifft, zum anderen der Austritt Großbritanniens durch den Brexit und die dadurch unklare Situation, wie es nun weitergehen soll.  

Napolitano plädierte in seiner Einschätzung für die Gründerstaaten der EU, die ein sogenanntes Kerneuropa bilden sollen. Die EU-Erweiterung auf zwölf osteuropäischen Staaten, die auf einmal in die Union hineingekommen sind, sei zu schnell vollzogen worden – sie seien für den Staatenbund noch nicht so weit. Das zeige der aufkommende Nationalismus.

Hoffnung für österreichische Bundespräsidentenwahl

Europa, so Napolitano, sei nicht Bürokratismus, sondern eine Vision, an der gerade jetzt hart gearbeitet werden müsse. Gerade auch mit seinem Freund, dem jüngst abgetretenen Österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer, habe er immer diese Meinung vertreten. Napolitano hoffe daher auch, dass vor der anstehenden Österreichischen Bundespräsidentenwahl der Europäische Geist bei den Wählerinnen und Wählern siege.

Kompatscher berichtete auch über die Lage in Südtirol. Wirtschaftlich laufe es im Lande gut – insbesondere im Tourismus – auch die Situation am Arbeitsmarkt steht gut da.

Napolitano und Kompatscher tauschten ein paar Urlaubserlebnisse aus. Während Napolitano noch eine Woche in Sexten bleiben will, wird der Landeshauptmann rund um den Hochunserfrauentag einige Zeit mit seiner Familie verbringen – vielleicht dann auf der Seiser Alm.

stol/ct 

stol