Denn es dürfte eine Kompetenz-Umverteilung geben, der sich auch der PD nicht verschließt. Nachdem Landeshauptmann Luis Durnwalder das Urteil der Kassation über die Unwählbarkeit von Landesrätin Barbara Repetto (PD) am Freitag zugestellt worden ist, darf Repetto seither keine Amtshandlungen mehr vornehmen – und auch heute nicht an der Sitzung der Landesregierung teilnehmen. Weil aber auch Nachrücker Roberto Bizzo vom Landtag noch nicht bestätigt ist, bleibt der zweite PD-Regierungssessel vorerst leer. Berufsbildung mit Schule vereinenObwohl Roberto Bizzo dem Koalitionsabkommen entsprechend die Kompetenzen von Repetto übernehmen sollte, könnte es im Zuge des Wechsels in der Regierung auch zu Kompetenzumverteilungen kommen. So dürfte der italienische Schullandesrat Christian Tommasini auch Landesrat über die Berufsbildung werden – bisher Kompetenz von Barbara Repetto, die aus diesem Bereich kam. Es mache Sinn, die gesamte italienische Bildungswelt in einer Hand zusammenzufassen, erklärt dazu PD-Chef Antonio Frena. Auch die deutsche Schullandesrätin Sabina Kasslatter Mur würde das begrüßen – „auch angesichts der Oberstufenreform, die eine Vereinigung von Lehranstalten und Berufsbildung vorsieht“. Bisher sei das Schul- und Bildungswesen in Südtirol auf fünf Landesräte aufgeteilt: Kasslatter Mur ist Landesrätin für die deutsche Schule und Berufsbildung, Florian Musser für die ladinische Schule, Hans Berger für die landwirtschaftliche Berufsausbildung, Christian Tommasini für die italienische Schule und Repetto für die Berufsbildung. „Es ist sinnvoll, das mehr zu bündeln“, so Kasslatter Mur.Sie erscheint vielen – dem Landesbeirat für Chancengleichheit ebenso wie den Grünen – prädestiniert für die Chancengleichheit, die von Repetto nun an Roberto Bizzo gehen soll. Einem Mann, „der bisher keine besondere Affinität zum Thema gezeigt hat“, wie die Grünen Frauen und die Vorsitzenden Sepp Kußtatscher und Brigitte Foppa in einer Aussendung bemängeln. Chancengleichheit an Sabina Kasslatter Mur?Der PD-Chef winkt nicht ab. „Es ist absolut richtig, wenn die Chancengleichheit wieder eine Frau übernimmt. Und wenn Sabina Kasslatter Mur die einzige Frau in der Regierung ist, warum nicht“, so Frena. Will der PD im Gegenzug dafür eine andere Kompetenz? „Wir sind hier nicht auf einem Markt, wo ich dir das gebe und du mir etwas anderes“, so Frena.Sabina Kasslatter Mur würde sofort dankend zugreifen, „schließlich sind Frauenthemen immer schon mein Anliegen gewesen“, so Kasslatter Mur.Sie schickt aber voraus, dass man mit einem Mann als Zuständigem für die Chancengleichheit nicht unbedingt schlechte Erfahrungen machen müsse.„Als der Landeshauptmann die Chancengleichheit im Präsidium angesiedelt hatte, war das nicht schlecht. Damit wurden Frauenanliegen zur Chef-Sache und wir Frauen hatten in der Regierung und im Landtag eine Stimme mehr.“wib/D